Linktipps

Das Informationsportal zum Ökologischen Landbau
WWW-Symbol oekolandbau.de

Logo oekolandbau.de, zum Informationsportal im neuen Fenster

Forschung und Entwicklung

Sie suchen Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)?
Zur Projektsuche


Logo BLE, zum Internetauftritt der BLE im neuen Fenster

© 2015 BLE

Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Tier - Aquakultur

Projekt:

Entwicklung und Einsatz photodynamischer Substanzen aus Pflanzen zur Bekämpfung parasitärer Fischkrankheiten

FKZ:

Laufzeit:

 
08OE040 01-11-2008 bis 31-12-2011 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Fischerei, Weilheimer Str. 8, 82319 Starnberg Ansprechpartner: Dr. Martin Oberle Telefon: 09193508900 Email: martin.oberle@lfl.bayern.de

Kooperationspartner:

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Verwaltung Universität Hohenheim, Institut für Zoologie

Kurzportrait:

In dem Vorhaben soll die Eignung und Praxistauglichkeit Viele Fischparasiten, wie z. B. der Ciliat Ichthyophthirius multifiliis, sind ubiquitär verbreitet und stellen vor allem in der Aquakultur ein großes Problem dar. Ichthyophthirius multifiliis führt zu hoher Morbidität und Mortalität bei Nutzfischen. Früher wurde diese Krankheit effektiv mit Malachitgrün behandelt, bis diese Substanz wegen potentiell teratogener und mutagener Nebenwirkungen durch den Europäischen Rat zur Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren verboten wurde. Kupfersulfat, Formalin, Chloramin-T, Acriflavin, Kaliumpermanganat, Superpercarbonat und Toltrazuril werden aus ökologischer Sicht kritisch bewertet. Die Behandlungen, die üblicherweise als legale Alternative zu Malachitgrün in der Aquakultur zur Anwendung kommen (NaCl, Formaldehydlösungen) sind wenig effektiv, nicht ungefährlich in der Anwendung oder werden bei bereits vorliegenden Kiemenschäden nicht gut vertragen. Abgesehen davon sind Badebehandlungen in einer Karpfenteichwirtschaft nicht sehr praktikabel, da die Fische nur zweimal im Jahr abgefischt und nur dann gebadet werden können. Die einschlägigen Richtlinien der Ökoverbände stellen weitere Restriktionen für die Parasitenbekämpfung in der ökologischen Aquakultur dar. Der somit in der ökologischen Aquakultur erhebliche Therapienotstand bedarf Lösungen, um eine stabile Fischproduktion unter ökologischen Haltungsbedingungen zu gewährleisten. Die deutschlandweit bisher geringe Zahl an Umstellungen von Aquakulturbetrieben kennzeichnet u. a. die ungenügenden Handlungsmöglichkeiten im Bereich Fischgesundheitvon Chlorophyll und dessen Derivaten zur Bekämpfung von Ichthyophthirius multifiliis überprüft werden. Vorversuche haben gezeigt, dass sich Ichthyophthirius multifiliis und andere Ektoparasiten mit isoliertem Chlorophyll bekämpfen lassen. Es hat sich dabei gezeigt, dass Konzentrationen des Wirkstoffes, welche zuverlässig Parasiten abtöten, Fische nicht beeinträchtigen. Für eine genaue Abschätzung der Wirksamkeit sind weitere Experimente und Versuche notwendig. So muss untersucht werden, ob die Behandlung auch von Eiern und Larvenstadien der Karpfen toleriert wird. Des Weiteren muss die exakte, zur Beseitigung der Parasiten nötige Wirkstoffkonzentration bestimmt werden. Dies ist wiederum die Grundlage für eine genaue Kostenkalkulation für den Einsatz in der Praxis. Der wichtigste Punkt wird schließlich die Tauglichkeitsuntersuchung der Substanzen im Praxisalltag sein. Das Ziel der Arbeit ist es, Methoden zur Parasitenbekämpfung in der ökologischen Aquakultur auf der Basis photodynamischer Reaktionen zu entwickeln.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Viele Fischparasiten, allen voran der Ciliat Ichthyophthirius multifiliis, ist ubiquitär verbreitet und stellt vor allem in der Aquakultur ein großes Problem dar. Er führt zu hoher Morbidität und Mortalität bei Nutzfischen. Früher wurde diese Krankheit effektiv mit Malachitgrün behandelt, bis diese Substanz wegen potentiell teratogener und mutagener Nebenwirkungen beim Verbraucher durch den EU-Rat zur Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren verboten wurde. Im Rahmen dieses Projektes wurde die Wirksamkeit der photodynamischen Eigenschaft von Chlorophyllin gegen ektoparasitäre Erkrankungen bei Nutzfischen (mit Schwerpunkt auf Ichthyophthirius multifiliis) untersucht. In-vitro Versuche zeigten, dass eine Inkubation in chlorophyllinhaltigem Wasser (2 µg/mL) mit einer sich der Inkubation anschließenden Bestrahlung unter einem Sonnensimulator 100% der isolierten Trophonten abtötet. Die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies sowie der gerichtete Zelltod konnten nachgewiesen werden. Versuche mit Fischen, die auf natürlichem Wege mit Ichthyophthirius multifiliis befallen waren, zeigten dass Chlorophyllin zu einer hoch signifikanten Reduktion der am Fisch sitzenden Trophonten führt. Bereits eine dem Wasser zugesetzte Chlorophyllinkonzentration von 2 µg/mL mit einer kombinierten 3-stündigen Bestrahlung unter einem Sonnensimulator führte zu einem Befallsrückgang von 50-60%. In den Kontrollgruppen war hingegen eine Zunahme des Ichthyhophthirius-Befalls um bis zu 150% zu verzeichnen. Dabei ist das in den Wasserkörper eingebrachte Chlorophyllin für verschiedene andere Wasserorganismen unschädlich und wird zudem sehr schnell und rückstandslos abgebaut.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

Ergebnisse dieses Projektes bei Oekolandbau.de ...Ergebnisse bei Oekolandbau.de...



Symbolerläuterung:

Bild: Symbol Projekt ist noch in Bearbeitung Diese Projekte sind noch in Bearbeitung.

Bild: Symbol Projekt ist abgeschlossen Diese Projekte sind abgeschlossen.