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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Tier - Tierernährung

Projekt:

Qualitätssicherung für Eiweißfuttermittel in der ökologischen Tierernährung: Sojabohnen und -kuchen

FKZ:

Laufzeit:

 
06OE233 01-11-2007 bis 31-07-2009 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Fachhochschule Weihenstephan, Fachbereich Land- und Ernährungswirtschaft, Am Hofgarten 1, 85350 Freising Ansprechpartner: Prof. Dr. Gerhard Bellof Telefon: 08161/715065 Email: gerhard.bellof@fh-weihenstephan.de

Kurzportrait:

Die bedarfsgerechte Versorgung der monogastrischen Nutztiere mit Proteinen – speziell mit essentiellen Aminosäuren – hat in der ökologischen Tierernährung eine zentrale Bedeutung. Sojaprodukte aus ökologischer Erzeugung in Form von vollfetten Sojabohnen oder Sojakuchen können aufgrund ihrer hohen Qualität entscheidend zur Eiweißversorgung dieser Tiere beitragen. Eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz der Sojaprodukte ist eine Inaktivierung der antinutritiv wirksamen Faktoren mittels Erhitzungsverfahren. Erfahrungen aus der Praxis belegen, dass die bislang angewandten Behandlungsverfahren oft nicht den erforderlichen Erfolg aufweisen (Überhitzung oder unzureichende Erhitzung). Zudem kann aus den üblichen Labormethoden zur Messung des Behandlungseffektes nicht immer eine eindeutige Aussage zur Fütterungseignung abgeleitet werden. Mit dem vorliegenden Arbeitsvorhaben soll für Sojabohnen und Sojakuchen der Kenntnisstand über die sachgerechte Hitzebehandlung entscheidend verbessert werden. Damit soll ein Beitrag zum zielgerichteten Einsatz dieses Eiweißfuttermittels in der ökologischen Tierernährung geliefert werden. Es ist Sojakuchen in vier verschiedenen Varianten zu bearbeiten und die daraus hergestellten Futtermittel an Masthähnchen, Legehennen und Mastschweinen zu testen. Sojabohnen und Sojakuchen sollen thermischen, 2 hydrothermischen bzw. druckthermischen Behandlungsverfahren unterzogen werden. Für jede der behandelten Partien soll eine Nährstoffanalyse sowie eine Untersuchung auf Eiweißlöslichkeit, Kresolrotabsorption, Ureaseaktivität und energetischen Futterwert erfolgen. Im Masthähnchenversuch sind die Sojakuchenvarianten mit einem Anteil an der Ration von 20 % (Anfangsmast) bzw. 15 % (Endmast) einzusetzen. Es sind die Futteraufnahme, die Mastleistung, das Fettsäuremuster im Brustfleisch sowie die Häufigkeit von Brustblasen und Beinstabilität zu erfassen. Im Legehennenversuch soll der Sojakuchenanteil an der Ration 15 % betragen. Neben der Futteraufnahme, Legeleistung und Eischalenstabilität ist das Auftreten von Federpicken zu erfassen und in einem Stallbuch zu dokumentieren. Es ist das Fettsäuremuster im Vollei zu analysieren. Zu Versuchsbeginn und –ende ist das Federkleid zu bonitieren. Im Ferkelversuch sind Futtermischungen mit Sojakuchenanteilen von 15 %, 20 % und 25 % zu testen. Für die Futtermischung mit 20 % Sojakuchenanteil sind alle vier Sojakuchenvarianten zu untersuchen. Bei den beiden anderen Rationen werden zwei Sojakuchenvarianten zur Anwendung kommen. Es sind die Futteraufnahme und die Mastleistung zu erfassen. Die Häufigkeit von Durchfall und Atemwegserkrankungen sind in einem Stallbuch zu dokumentieren. Das Ziel ist die Identifikation einer geeigneten Technologie, um antinutritive Inhaltstoffe in Soja zu inaktivieren und somit die Eiweißverdaulichkeit und den Futterwert von Sojakuchen zu erhöhen. Außerdem sollen Empfehlungen zur Rationsgestaltung mit Sojakomponenten erarbeitet werden.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Die EG-Öko-Verordnung schreibt eine 100 %-Bio-Fütterung für Monogastrier ab 2012 vor. Somit wird es zwingend, ökokonforme Eiweißfuttermittel zielgerichtet einzusetzen, damit eine bedarfsgerechte Versorgung der Monogastrier mit essentiellen Aminosäuren erfolgen kann. Vor der Verfütterung von Sojabohnen und deren Verarbeitungsprodukte an Monogastrier ist eine thermische Inaktivierung der enthaltenen Proteaseinhibitoren und Hämagglutine notwendig. In einem Forschungsprojekt wurde eine Partie ökologisch erzeugter Sojabohnen (Sorte „PR91M10“, Fa. Pioneer) zu Sojakuchen verarbeitet und Teilpartien vier verschiedenen Wärmebehandlungsverfahren (A: trockene Hitze, B: hydrothermische Behandlung in Dämpf-und Flockieranlage, C: hydrothermische Behandlung im Hydrothermischen Reaktor, D: hydrothermische mit Expanderbehandlung) unterzogen. Der Behandlungserfolg (A, B, C, D) wurde in den nachfolgend dargestellten Fütterungsversuchen - unter den Bedingungen einer 100 %-Bio-Fütterung - überprüft. In einem Fütterungsversuch mit Broilern (720 männliche Tiere, Genotyp ISA J 957) wurden Sojakuchen-Mischungsanteile von 20 % (Aufzucht) bzw. 15 % (Mast) eingesetzt. Beim Mastendgewicht (56 Tage) wurden signifikante Unterschiede zwischen den vier Fütterungsgruppen festgestellt. Gruppe A erreichte das höchste Endgewicht (2435 g), gefolgt von D (2347 g), C (2253 g) und B (2124 g). Diese Reihenfolge spiegelte sich auch im Merkmal Futteraufnahme wider. Bei den Merkmalen der Schlachtleistung zeigten sich keine gravierenden Unterschiede. In einem Legehennenversuch (508 Junghennen, Lohmann Braun) wurden ebenfalls vier Fütterungsgruppen (jeweils 15 % Sojakuchen der Varianten A, B, C, D) verglichen. Die Legeleistung der Gruppe A war mit 92,4 % signifikant niedriger als bei den anderen drei Gruppen (B: 95,4 %, C: 95,2 %, D: 94,9 %). Die Eigewichte der Gruppen A (64,2 g) und D (64,3 g) waren signifikant geringer als die der Gruppen B (64,7 g) und C (64,8 g). In einem Versuch mit abgesetzten Ferkeln (96 männliche Kastraten, Mehrrassenkreuzung) wurde - zusätzlich zu den vier Sojakuchenvarianten (Mischungsanteil jeweils 20 %) - für die Behandlungen A und D ein Steigerungsversuch (15 %, 20 % und 25 % Sojakuchenanteil in der Aufzuchtmischung) durchgeführt. Im betrachteten Gewichtsbereich von 13,7 kg bis 30,1 kg nahmen die Ferkel im Durchschnitt 1,029 kg Futter pro Tag auf und erreichten Tageszunahmen von 507 g. Zwischen den Sojakuchenbehandlungen konnten keine signifikanten Unterschiede erfasst werden. Jedoch erreichten die Gruppen mit einem Mischungsanteil von 25 % Sojakuchen deutlich geringere Tageszunahmen als die Gruppen mit 15 % bzw. 20 % Sojakuchenanteil.

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