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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Tier - Tierernährung

Projekt:

Ausnutzung eines kompensatorischen Proteinansatzes in der ökologischen Schweinemast

FKZ:

Laufzeit:

 
06OE060 01-07-2008 bis 30-09-2009 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Johann Heinrich von Thünen Institut
Institut für Ökologischen Landbau
Trenthorst 32
23847 Westerau
Ansprechpartner: Dr. Ing. Friedrich Weißmann
Telefon: 04539/8880317
Email: friedrich.weissmann@vti.bund.de

Kurzportrait:

Ziel des Projekts ist die Prüfung einer möglichen Wachstumskompensation, die fütterungsbedingte Defizite im Proteinansatz in der Anfangsmast durch entsprechende Rationsgestaltung in der Endmast ausgleicht. Die Prüfung des kompensatorischen Wachstums hat aufgrund der geschlechtsabhängigen Proteinsynthesekapazität sowohl an weiblichen Tieren (12 Tiere/Gruppe) als auch an Kastraten (12 Tiere/Gruppe) einer Drei-Rassen-Kreuzung zu erfolgen. Je nach Verfügbarkeit sind Ferkel der Kreuzung PixDExDL oder DuxDExDL zu beziehen. Die Tiere müssen von ökologisch wirtschaftenden Betrieben stammen. Es sind insgesamt vier Fütterungsgruppen á 24 Tiere zu untersuchen, deren Rationen sich hinsichtlich des Lysin-Energie-Quotienten, dem Anteil an Sojaprodukten und hofeigenen Körnerleguminosen sowie hinsichtlich der Rationskomponente Kartoffeleiweiß in der Anfangs- und Endmast unterscheiden. Zur Sicherstellung einer einzeltierbezogenen Futteraufnahme sind die Tiere am Institut für Tierernährung im Friedrich Löffler-Institut (FLI) in Braunschweig einzeln aufzustallen. Zur Bestimmung des Proteinansatzes sind an je 6 Tieren einer jeden Fütterungsgruppe jeweils in der Anfangs- und in der Endmast Bilanzversuche (N-Bilanz über Kot und Harn) gemäß den Vorschriften der Gesellschaft für Ernährung (2005) durchzuführen. Versuchsbedingt stimmt die GS-BÖL den notwendigen Aufstallungsarten zu. Der tatsächliche Versuchszeitraum beginnt wenn die Tiere ein Lebendgewicht von 30 kg erreicht haben und endet mit 120 kg. In diesem Zeitraum sind Untersuchungskriterien zu erheben.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Durch den Mangel an Futtermitteln ökologischer Herkunft mit hochwertigem Aminosäurenmuster besteht die Gefahr zu geringer Lysingehalte in der Anfangsmastration im Vergleich zu den GfE-Bedarfsnormen, woraus eine zu starke Verfettung des Schlachtkörpers resultieren kann. Daher sollte in einer Untersuchung geklärt werden, ob nach einer Lysin-Unterversorgung in der Anfangsmast nach geeigneter Realimentation in der Endmast ein kompensatorischer Proteinansatz stattfindet. Dazu wurden 96 Mastschweine einer modernen Genetik (48 Kastrate, 48 Sauen) in 4 Gruppen mit unterschiedlich gestalteten Lysin-ME-Quotienten in der Anfangs-/Endmastration (Versuchsgruppe: 0,69/0,69; Negativkontrolle: 0,69/0,59; Positivkontrolle: 0,89/0,69; Kontrolle 0,89/0,59) auf Mastleistung, Proteinansatz, Schlachtkörperqualität, Fleischqualität sowie Wirtschaftlichkeit untersucht. Alle 4 Gruppen schnitten bei der Mastleistung (z.B. Lebendmassezunahme, Futterverwertung) und der Fleischqualität (z.B. pH-Werte, LF-Wert) gleich ab. Die N-Bilanz über Futter – Kot – Harn belegte einen kompensatorischen Proteinansatz für die Versuchsgruppe und die Negativkontrolle. Der Muskelfleischanteil (Schlachtkörperqualität) bewegte sich bei der Versuchsgruppe und der Negativkontrolle auf gleichem, aber tendenziell niedrigerem Niveau im Vergleich zur Positivkontrolle und zur Kontrollgruppe. Beim Überschuss des Erlöses über die Ferkel-Futter-Kosten konnte in unterschiedlichen Szenarien gezeigt werden, dass die Negativkontrolle mit steigenden Rationskosten zunehmend besser abschnitt. Das ist der Fall, je stärker durch Restriktionen im ökologischen Landbau der Rationsanteil von Futtermitteln nicht ökologischer Herkunft limitiert wird. Es wird geschlussfolgert, dass nicht auf ein ökonomisch relevantes Kompensationsvermögen beim Mastschwein geschlossen werden kann, und dass unter den spezifischen Fütterungsrestriktionen des ökologischen Landbaus die GfE-Empfehlungen zur Lysinversorgung für die Anfangsmast als zu hoch einzuschätzen sind.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

Ergebnisse dieses Projektes bei Oekolandbau.de ...Ergebnisse bei Oekolandbau.de...



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