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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Tier - Tiergesundheit

Projekt:

Weiterentwicklung der Tiergesundheit zur Verbesserung der Prozess- und Produktqualität im Ökologischen Landbau und deren Umsetzung in die Praxis - modellhaft durchgeführt am Beispiel der Legehennenhaltung

FKZ:

Laufzeit:

 
05OE013 01-12-2005 bis 31-03-2008 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Ökologischen Landbau, Trenthorst 32, 23847 Westerau Ansprechpartner: Prof. Dr. Gerold Rahmann Telefon: 04539/18190 Email: Gerold.Rahmann@vti.bund.de

Kurzportrait:

Die ökologische Landwirtschaft erhebt den Anspruch, dass Nutztiere artgerecht gehalten werden. Ein wichtiger Parameter für die artgerechte Haltung ist die Gesundheit der Tiere. Besonders in der ökologischen Legehennenhaltung bestehen Defizite. Durch die Medienaufmerksamkeit zur Situation der Tiergesundheit im ökologischen Landbau besteht das Risiko des substanziellen Vertrauens- und Imageverlusts für den ökologischen Landbau als Ganzes. Diese Situation ist nicht gewünscht. Lösungsmöglichkeiten werden in der Festlegung von Mindeststandards für die Tiergesundheit und Produktivität sowie in der Erarbeitung betriebsindividueller Tiergesundheitspläne gesehen. Da in näherer Zukunft nicht zu erwarten ist, dass Tiergesundheitspläne oder indikatorbasierte Mindeststandards in die EU VO 2092/91 aufgenommen werden, ist eine verbandsbezogene Weiterentwicklung der Richtlinien und Standards anzustreben, um die Akzeptanz und Motivation zur Teilnahme der Praxisbetriebe zu gewährleisten. Im Rahmen des Projektes sollen Basisdaten erhoben und betriebsindividuelle Tiergesundheitskonzepte abgeleitet werden. Zudem sollen die Akzeptanz und Marketingeignung geprüft werden. Das Projekt soll von einer Steuerungsgruppe bestehend aus Wissenschaftlern, Händlern, Verarbeitern, Beratern und Verbandsvertretern fachlich begleitet werden.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Die Untersuchung der Gesundheitssituation der Legehennen von 20 Biobetrieben hat die Befunde vorhergehender Studien zum Stand der Tiergesundheit in der ökologischen Legehennenhaltung bestätigt. Es bestehen erhebliche Defizite in der Tiergesundheit, die sich auf ein breites Feld von Problemen beziehen (v.a. Federpicken, Befall mit Milben oder Würmern). Dennoch ist die Situation zwischen den Betrieben sehr unterschiedlich. Saisonale Einflüsse spielen ebenfalls eine Rolle. Es zeigt sich jedoch, dass eine Reihe von Betrieben auch über einen längeren Zeitraum eine gute Tiergesundheit vorweisen kann. Deshalb muss nach den Erfahrungen des Projekts prinzipiell daran festgehalten werden, Tiergesundheit als eine zentrale Managementaufgabe zu definieren und bei der Suche nach Lösungen vornehmlich bei den Akteuren, vor allem den Betriebsleitern und Betriebsleiterinnen anzusetzen. Tiergesundheitspläne als partizipativer Ansatz eignen sich als Instrument für eine betriebsindividuelle Verbesserung. Sie sind aber von der Betreuung und vielen anderen Faktoren abhängig, die nicht direkt mit der Tierhaltung zu tun haben müssen (Arbeitsüberlastung, (Er-)Kenntnisse, finanzielle Spielräume, betriebliche und private Situationen und Prioritäten und letztendlich unbekannte Faktoren). Nicht alle Legehennenbetriebe waren bereit, sich über ein bestimmtes Maß hinaus für eine bessere Tiergesundheit einzusetzen. Besonders die Großbetriebe hatten hier während des Projektes Partizipationshemmnisse und sind während des Projektes ausgestiegen. In dem Projekt wurde deutlich, dass es große Unterschiede in der subjektiven und objektiven Betrachtung der Tiergesundheit auf der Ebene der Landwirte, der Berater/Tierärzte als auch der Wissenschaft gibt. Tierhalter erwähnten, dass sie erst durch die Tiergesundheitschecks auf ihre Probleme aufmerksam geworden sind. Selten wurden aber die Lösungsmöglichkeiten angenommen. Erst bei einer belegten ökonomischen Bedeutung wurde mehr Motivation für eine Verbesserung erzielt („Kranke Tiere leisten weniger“). Bei den Legehennen ist eine schlechte Tiergesundheit nicht unbedingt mit ökonomisch schlechteren Leistungen verbunden („Hennen ohne Federn legen auch Eier“). Die Tiergesundheitspläne lassen sich abschließend noch nicht bewerten, da zum einen die Zeitdauer nicht ausreicht, aber auch die Optimierungen aufgrund von Erkenntnisgewinnen während des Projektes noch nicht berücksichtigt werden konnten.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

Ergebnisse dieses Projektes bei Oekolandbau.de ...Ergebnisse bei Oekolandbau.de...



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