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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Tier - Tiergesundheit

Projekt:

Analyse des Influenzastatus von Hausgeflügel in Freilandhaltung unter besonderer Berücksichtigung der Infektionsgefährdung durch Wildvögel

FKZ:

Laufzeit:

 
02OE464 01-10-2002 bis 30-04-2004 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Institut für Virusdiagnostik, , 17493 Greifswald-Insel Riems Ansprechpartner: Dr. Ortrud Werner Telefon: 038351/7-152 Email: ortrud.werner@rie.bfav.de

Kurzportrait:

Ziel ist die Einschätzung der Infektionsgefährdung von Geflügel in Freilandhaltung durch aviäre Influenzaviren aus der Wildvogel- population und der damit verbundenen Gefahr von Seuchenausbrüchen durch Geflügelpest. Das erfordert die Analyse des Influenzastatus und die Auswertung unter epidemiologischen Gesichtspunkten bezüglich Kontakten zu Wildvögeln. Dazu soll eine repräsentative Anzahl von Hühner-, Puten-, Enten- und Gänsebeständen aus verschiedenen Gebieten Deutschlands serologisch und /oder virologisch auf das Vorkommen von Influenzaviren untersucht werden. Bei der Probennahme werden gleichzeitig epidemiologische Parameter der Bestände und mögliche Kontakte zu Wildvögeln erfasst. Gewonnene Virusisolate werden charakterisiert, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Erkennung von Vorstufen hochpathogener Seuchenerreger gelegt wird. Aus den Ergebnissen werden Schlussfolgerungen für die Seuchenvorbeugung sowie Vorschläge für präventive Überwachungsuntersuchungen abgeleitet.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Wilde Wasservögel sind das natürliche Reservoir von Influenzaviren. Auch in Deutschland wurden in den letzten Jahren insbesondere in durchziehenden Wildenten Influenzaviren verschiedener Subtypen nachgewiesen, einschließlich der potentiellen Erreger der Geflügelpest H5 und H7. Bei Geflügelhaltungen mit Freilandauslauf besteht wegen möglicher Wildvogelkontakte ein erhöhtes Infektionsrisiko für das Wirtschaftsgeflügel, das untersucht werden sollte. In einer deutschlandweiten Stichprobe wurden insgesamt 486 Geflügelbetriebe mit Freilandauslauf auf das Vorkommen von aviären Influenzaviren getestet. Bei 2,9 % der 205 untersuchten Gänsebestände und bei 0,7 % der 143 Entenbestände wurde eine Influenzavirusinfektion nachgewiesen. Die 117 untersuchten Hühnerbestände sowie die 7 Putenbestände und 14 Hobbyhaltungen waren nicht infiziert. Die direkt oder über Antikörper nachgewiesenen Influenzaviren gehörten zu den Subtypen H3, H4, H6 und H12. Aus den angegebenen Daten der untersuchten Bestände zu Haltungs- und Hygieneparametern sowie zu möglichen und wirklich beobachteten Kontakten zu Wildvögeln wurde das spezifische Infektionsrisiko mittels eines Punktesystems eingestuft. Alle mit Influenzavirus infizierten Betriebe hatten ein mittleres Infektionsrisiko. Obwohl bei ca 10 % der Haltungen das Infektionsrisiko als sehr hoch eingestuft wurde, scheint die Ansteckung durch Wildvögel ein sehr seltenes Ereignis zu sein. Vermutet wird, dass es sich bei den in Ausläufen beobachteten Wildvögeln einschließlich der Wildenten um einheimische Standvögel handelte. Die saisonal in großer Zahl auftretenden Durchzügler nutzen Rastgebiete außerhalb der Ansiedlungen. Trotz der geringen Häufigkeit des Viruseintrages durch Wildvögel sollte zur Absicherung der gesamten Geflügelwirtschaft vor der Geflügelpest eine gesetzlich verankerte Überwachung der Geflügelhaltungen mit Freilandauslauf etabliert werden. Sie sollte zweimal jährlich nach dem Vogelzug erfolgen und besonders infektionsgefährdete Bestände umfassen.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

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