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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Pflanze - Pflanzenschutz

Projekt:

Entwicklung von Strategien zur Feuerbrandbekämpfung im ökologischen Obstbau

FKZ:

Laufzeit:

 
06OE336 01-01-2007 bis 28-02-2009 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Universität Konstanz, Fachbereich Biologie, Universitätsstraße 10, 78464 Konstanz Ansprechpartner: Dr. Stefan Kunz Telefon: 07531/884684 Email: stefan.kunz@uni-konstanz.de

Kooperationspartner:

Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V. Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Biologischen Pflanzenschutz

Kurzportrait:

Bisher stehen im ökologischen Obstbau keine verlässlichen Bekämpfungsstrategien gegen den Feuerbrand zur Verfügung. Dies reduziert die Bereitschaft der Obstbauern, auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen, da das Risiko, nach Feuerbrandbefall ganze Anlagen zu verlieren, zu groß ist. Die Entwicklung einer wirksamen Bekämpfungsstrategie ist für eine weitere Ausdehnung des Ökoanbaus deshalb notwendig. Bei einem Fachgespräch zum Thema „Bekämpfung des Feuerbranderregers im ökologischen Obstbau“ am 06.03.2003 in Weinsberg wurden von den anwesenden Experten Kenntnislücken zur Wirkungsweise und Wirksamkeit von im ökologischen Obstbau zur Feuerbrandbekämpfung eingesetzten Präparaten festgestellt. Daraufhin wurden im Rahmen der Vorgängerprojekte 03OE524/4 und 03OE524/F vier verschiedene Testsysteme zur Überprüfung der Wirksamkeit von Substanzen etabliert und 23 Einzelpräparate (vgl. Tabelle 1 des Antrages) getestet und hinsichtlich ihrer spezifischen Fähigkeiten zur Feuerbrandbekämpfung charakterisiert. Erste erfolgversprechende Präparate wurden im Rahmen verschiedener Anwendungsstrategien in 2006 mit auswertbaren Ergebnissen überprüft. Die höchste Wirkung aller Testpräparate erzielten dabei Serenade max, BPASc4, Blossom-Protect, Myco-Sin, BPASc6, Serenade WPO und Funguran. Dabei war zwar eine weitgehende Übereinstimmung zwischen den Ergebnisse der an den Blüten im Labor durchgeführten Untersuchungen und den Freilanduntersuchungen feststellbar, jedoch tauchten verschiedene Fragen auf (u.a. Integration der Schorfbekämpfung (Netzschwefel, Schwefelkalk), Verminderung von Mehrberostung, Wirksamkeit von Mischungen), die neben den bisherigen Arbeitspaketen Inhalt des Folgeprojektes sein sollen. 1. Blossom-Protect zeigte im bisherigen Projektverlauf eine gute Wirkung. Allerdings besteht hier Nachbesserungsbedarf hinsichtlich einer Verminderung der hohen Aufwandmenge durch den Einsatz alternativer Formulierungen, einer Verringerung der Behandlungshäufigkeit während der Blüte durch eine gezielte Berücksichtigung der Feuerbrandprognose, der Anpassung der Schorfbekämpfung (pH-Wert) durch die Entwicklung einer Gesamtstrategie und der Frage einer möglichen Mehrberostung durch das Präparat bzw. deren Verminderung durch Zugabe weiterer Substanzen bei gleichzeitiger Beibehaltung der Wirkungssicherheit. 2. Funguran zeigte bei einer 0,03 % Konzentration in 2006 eine gute Wirkung gegen Feuerbrand. Gleichzeitig ist eine Wirkung gegen Schorf vorhanden. Diese Erkenntnis muss durch weitere Versuche bestätigt sowie die Frage der Berostung geklärt werden. Zusätzlich soll überprüft werden, inwieweit durch die Mischung mit Blossom Protect eine Wirkungssteigerung erreicht werden kann. 3. Serenade zeigte in unterschiedlichen Formulierungen eine Wirkung, die durch den Einsatz eines Netzmittels auf 61 % gesteigert werden konnte. Hier soll nach weiteren Maßnahmen zur Wirksamkeitsverbesserung bzw. möglichen Mischungspartnern gesucht werden.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Der Feuerbranderreger Erwinia amylovora kann an Apfel und Birne große wirtschaftliche Schäden verursachen. Um Feuerbrandepidemien abzuwenden, benötigt der ökologische Obstbau Strategien, die Blüteninfektionen verhindern. Seit 2004 wurden in diesem Projekt 44 Präparate in vitro und auf abgeschnittenen Blüten untersucht. Dabei zeigte sich, dass im Blütensystem nur Präparate die Symptombildung verhindern, die auch eine bakteriostatische Wirkung in vitro haben. In den insgesamt 11 Freilandversuchen nach EPPO-Richtlinie PP1/166 (3) bestätigten sich die im Labor an Blüten gefundenen Ergebnisse. BlossomProtect war in allen unseren Freilandversuchen mit durchschnittlich 78% Befallsreduktion das wirksamste Präparat, gefolgt vom Gesteinsmehlpräparat Myco-Sin mit durchschnittlich 65% Befallsreduktion. Kupferpräparate sind bekannt bakterizid. Allerdings birgt die Applikation von Kupfer in die Blüte die Gefahr der Fruchtberostung. In Freilandversuchen wurden zwischen 90 und 200 g Reinkupfer/ha eingesetzt. Für eine ausreichende Wirkung wurden 200 g Reinkupfer/ha benötigt. Nachdem im Jahr 2004 auch über Mehrberostung der Früchte durch den Einsatz von BlossomProtect berichtet wurde, haben wir ab 2005 auch Freilandversuche zur Berostung durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Mehrberostung durch BlossomProtect von der Sorte und von der Anzahl der Behandlungen abhängt. Auf berostungsempfindlichen Sorten sollte die Anzahl der Behandlungen auf zwei reduziert werden. Die Wirksamkeit von BlossomProtect ist von der Vermehrungsfähigkeit der darin enthaltenen Hefen abhängig. Im ökologischen Obstbau werden während der Blüte zur Schorfbekämpfung Netzschwefel und Schwefelkalk eingesetzt. Diese hemmen in vitro auch die in BlossomProtect enthaltenen Hefen. In Freilandversuchen zeigte sich, dass der Einsatz von Schwefel oder Schwefelkalk am Tag vor oder nach der BlossomProtect Applikation keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von BlossomProtect hat. Wenn aufgrund der Witterung mehr als zwei Behandlungen zur Feuerbrandbekämpfung notwendig sind, sollte BlossomProtect alternierend mit Myco-Sin eingesetzt werden. Dieses hat in Kombination mit Netzschwefel auch eine Schorfwirkung, so dass mit dieser Strategie auch die Gesamtzahl der Applikationen reduziert werden kann.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

Ergebnisse dieses Projektes bei Oekolandbau.de ...Ergebnisse bei Oekolandbau.de...



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