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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Pflanze - Pflanzenschutz

Projekt:

Evaluierung und Optimierung biologischer Verfahren zur Regulierung des Pflaumenwicklers (Cydia funebrana) und der Monilia-Krankheit im ökologischen Steinobstanbau

FKZ:

Laufzeit:

 
06OE198 12-04-2007 bis 31-03-2012 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, Referat Obstbau, Traubenplatz 5, 74189 Weinsberg Ansprechpartner: Barbara Pfeiffer Telefon: 07134/504-155 Email: barbara.pfeiffer@lvwo.bwl.de

Kooperationspartner:

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum - Rheinpfalz, Kompetenzzentrum Gartenbau Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Fachbereich Gartenbau

Kurzportrait:

Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana) und die Monilia-Krankheit stellen zwei der wichtigsten Schaderreger im ökologischen Steinobstanbau dar. Fehlende Regulierungsstrategien führen zu erheblichen Ausfällen. Aus diesem Grund soll ein Verbundprojekt mit drei Projektpartnern (Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, Weinsberg und Forschungsanstalt Geisenheim) initiiert werden. Der Pflaumenwickler durchlebt in Deutschland zwei Generationen. Eine Eiablage der Falter an der Frucht ermöglicht den Larven, sich innerhalb kurzer Zeit in die Früchte zu bohren. Die Fraßschäden führen zum vorzeitigen Abwurf der Früchte vom Baum oder zum Vermaden der Früchte, so dass die Früchte nicht mehr vermarktungsfähig sind. Bekämpfungsalternativen sind zwar in Form von Einzelansätzen vorhanden (z.B. Pheromoneinsatz, Schlupfwespen, Neem-Präparate), die jedoch eine zuverlässige Regulierung nicht zulassen. Daher sollen vorhandene Methoden evaluiert, optimiert und in ein praxistaugliches Gesamtkonzept integriert werden. Ziel ist es dabei, gezielt verschiedene Entwicklungsstadien des Schädlings zu erfassen. Die Pilzgattung Monilia verursacht insbesondere bei Sauerkirschen und Pflaumen enorme Schäden. Der Erreger wandert durch Wunden oder Risse in die Pflanze ein und infiziert Holz, Blüten und Früchte der Bäume, was zum Absterben ganzer Blüten- / Blattbüschel bzw. verbräunen von Früchten führt. Im Lager können aus befallenen Früchten Infektionsherde entstehen, verbunden mit entsprechenden Lagerungsverlusten. Verfahren zur Eindämmung dieses Erregers fehlen. Einzige Alternative scheinen momentan Kupfer-dominierte Spritzfolgen zu sein. Im Rahmen von Praxis - Tastversuchen konnten in 2005 und 2006 erste erfolgversprechende Präparate identifiziert werden, die vor einer Praxisempfehlung noch einer weitergehenden Überprüfung bedürfen. Zusätzlich sollen kulturtechnische und anlagenhygienische Maßnahmen zur Regulierung des Erregers miteinander kombiniert werden. Dieses Projekt ist Teil des Vorhabens 06OE057, 06OE348 und 06OE198.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Im Verbundforschungsprojekt FKZ 06OE198, FKZ 06OE057 und FKZ 06OE348 wurden Möglichkeiten der Regulierung des Pflaumenwicklers (Cydia funebrana) an Zwetschgen in Labor-, Halbfreiland und Freilandversuchen in Geisenheim, Darmstadt, Klein-Altendorf und Weinsberg untersucht. Labor- und Freilandversuche zur Regulierung der Monilia-Krankheit wurden in Geisenheim, Weinsberg und Dresden durchgeführt. Sauerkirschsorten-Versuche sind in Weinsberg und Dresden aufgepflanzt. Umfangreiche Freilandversuche zur Verwirrung des Pflaumenwicklers mit „Isomate OFM Rosso“ in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bestätigten mit Wirkungsgraden von bis zu 70 % die Wirksamkeit dieser Methode bei ausreichend großen Flächen und niedrigem Befallsniveau. Für den kleinparzellierten Anbau und bei höherem Befallsdruck wurden entomopathogene Nematoden im Freiland gegen überwinternde Larven mit heterogenen Wirkungsgraden erprobt. Es gelang nicht Pflaumenwickler ganzjährig unter Laborbedingen zu züchten, jedoch wurden mit Tieren aus Freilandsammlungen bzw. deren Eiern nach der Überwinterung Versuche zur Infektion der neonaten Larven mit dem Apfelwicklergranulosevirus, Eiparasitierungsversuche mit Trichogramma cacoeciae, zu Applikationen mit NeemAzal-T/S und zum Einsatz von insektenpathogen Pilzen gegen überwinternde Larven durchgeführt. Bei weiterführenden Versuchen im Freiland wurden mit dem Apfelwicklergranulosevirus V15 sehr heterogene Ergebnisse erzielt. Der Einsatz von Trichogramma in Form von Trichokarten ergab Wirkungsgrade von bis zu 47 %. Eine bessere Verteilung der Trichogramma in der Anlage sollte mit einer spritzfähigen Formulierung erreicht werden, dafür liegen jedoch erst einjährige Ergebnisse vor. Für die Bekämpfung der überwinternden Pflaumenwickler mit insektenpathogenen Pilzen stellte sich Isaria fumosorosea, als am geeignetsten heraus. Jedoch gestaltete sich bisher ein Nachweis der Wirksamkeit des mit dem Pilz infizierten Mulches im Freiland sehr schwierig. Die Pflaumenwicklerlarve sucht sich zur Überwinterung kleinste Ritzen am Stamm aus. Mit Wellpappe, die um den Stamm gewickelt wurde, konnte den Larven ein attraktives Überwinterungsquartier angeboten werden. Durch Entfernen und Verbrennen der Pappringe im Winter kann der Befallsdruck im Folgejahr minimiert werden. Für die Monilia-Regulierung an Zwetschgen konnte im Labor unter einer Vielzahl an getesteten Präparaten lediglich Serenade mit einer antagonistischen Wirkung überzeugen. Es hat jedoch keine Zulassung als Pflanzenschutzmittel im Steinobst. Versuche im Freiland ergaben außerdem, dass das konsequente Eliminieren von möglichen Infektionsquellen durch das Entfernen von Monilia-Nestern vor der Ernte und von Fruchtmumien nach der Ernte letztlich bessere Effekte erzielte, als Behandlungen mit mittelgut wirksamen Pflanzenstärkungsmitteln. Für die Behandlung der Monilia-Spitzendürre an Sauerkirschen wurden verschiedene Präparate im Freiland überprüft. Die Handelsprodukte BoniProtect® forte und BoniProtect® reduzierten tendenziell die Blüteninfektionen. Da für SPU 2720 und Cuprozin bisher nur aus einem Jahr Versuchsergebnisse vorliegen, ist keine abschließende Beurteilung möglich. Jedoch lässt sich bereits durch den konsequenten Rückschnitt befallener Triebe der Befallsdruck erheblich reduzieren. An beiden Standorten erscheinen die Sauerkirschsorten ‘Morina‘, ‘Jade‘, ‘Coralin‘ und ‘Safir‘ als geeignet für den ökologischen Anbau, in Weinsberg zusätzlich ‘Topas‘ und ‘Ungarische Traubige‘. Allerdings war der Monilia-Druck nur in wenigen Jahren hoch. Bis jetzt wurden keine Infektionen mit Gloeosporium sp., einer weiteren bedrohlichen Krankheit im ökologischen Sauerkirschanbau, beobachtet.

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