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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Pflanze - Pflanzenschutz

Projekt:

Integration neuester Forschungsergebnisse zu einem Gesamtkonzept für die Regulierung von Falschem Mehltau an Zwiebeln im ökologischen Landbau: Sortenwahl, Anbauverfahren und Prognose gestützter Einsatz biologischer Pflanzenschutzmittel

FKZ:

Laufzeit:

 
06OE073 01-04-2007 bis 30-09-2010 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Gartenbauzentrum, Brentanostr. 9, 65366 Geisenheim Ansprechpartner: Dr. Norbert Laun Telefon: 06235/926373 Email: norbert.laun@dlr.rlp.de

Kooperationspartner:

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum - Rheinpfalz, Abteilung Gartenbau Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Biologischen Pflanzenschutz Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH, Geschäftstelle im Ökolandbauzentrum

Kurzportrait:

Der Falsche Mehltau Peronospora destructor ist die wichtigste Laubkrankheit im ökologischen Zwiebelanbau. Sie führt, in Abhängigkeit von der Witterung, regelmäßig zu gravierenden Ertrags- und Qualitätseinbußen. Um der steigenden Nachfrage insbesondere des Lebensmitteleinzelhandels gerecht zu werden, ist es dringend erforderlich, wirksame Regulierungsstrategien zu entwickeln. In den letzten Jahren wurde daher verstärkt bereichsübergreifend nach alternativen Regulierungsmöglichkeiten gesucht. Erfolge konnten hier im konventionellen Anbau über Maßnahmenkomplexe erreicht werden, die Sortenresistenz, Anbauverfahren und Prognose beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln betreffen. Um diese Erfolge auch für den ökologischen Sommerzwiebelanbau nutzbar zu machen, sollen diese Einzelaspekte aufgegriffen werden. Die umfasst die Überprüfung des Anbauwertes neuer Falscher Mehltau-resistenter Zwiebelsorten im Vergleich zu den ansonsten üblichen Standardsorten des Bioanbaus, die Beurteilung des Pflanzzwiebelanbaus im Vergleich zur Säzwiebel, die Überprüfung des Nutzungspotentials des Prognosemodells ZWIPERO bspw. durch Kopplung mit Beregnungsmaßnahmen und die Möglichkeiten neuer biologischer Präparate im Gewächshaus und im Freiland. In letzter Konsequenz sollen die Erkenntnisse in Beratungsempfehlungen umgesetzt werden. Die Bearbeitung dieser Fragestellung soll im Verbund mit dem Projektantrag 06OE034 „Integration neuester Forschungsergebnisse zu einem Gesamtkonzept für die Regulierung von Falschem Mehltau an Zwiebeln im ökologischen Landbau: Sortenwahl und Anbauverfahren“ vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH, Geschäftstelle im Ökolandbauzentrum, Visselhövede erfolgen. Dadurch wird eine breite Anwendbarkeit durch die Einbeziehung von zwei Standorten (Kompetenzzentrum Ökolandbau, DLR Rheinpfalz) erwartet. Dieses Projekt ist Teil des Vorhabens 06OE034 und 06OE073.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Falscher Mehltau (Peronospora destructor) ist die wichtigste Blattkrankheit im Zwiebelanbau. Im ökologischen Anbau stehen derzeit keine Maßnahmen zur Regulierung des Falschen Mehltaus zur Verfügung. Deshalb wurden in diesem Projekt im Verbund mit dem Projekt 06OE034 des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen in Visselhövede folgende Einzelmaßnahmen geprüft: (1) vier neue Zwiebelsorten (Yankee, Hylander, Hystand und Santero) mit ausgewiesener Resistenz gegen Falschen Mehltau im Vergleich zu vier Standardsorten, (2) die Anbauverfahren 'Direktsaat' und 'Pflanzzwiebel’ (Kultur über vorgezogene Jungpflanzen) in den Sorten Yankee und Santero sowie Summit, (3) die direkte Kontrolle von Falschem Mehltau durch Pflanzenextrakte aus Salbei und Süßholz sowie das mikrobiellen Präparat Aneurinibacillus migulanus in Zusammenarbeit mit dem JKI Darmstadt. In den Versuchsjahren 2007-2009 waren die hoch resistenten Sorten - mit Ausnahme von Fehltypen (stark befallene Einzelpflanzen) - befallsfrei. Die marktfähigen Erträge der anfälligen Sorten fielen 2007 und 2008 aufgrund des moderaten Befallsdrucks nur wenig niedriger aus als in den hoch resistenten Sorten. Deutliche Ertragsunterschiede zwischen den Sorten ergaben sich jedoch 2009 bei hohem Befallsdruck. Im Vergleich der Anbauverfahren waren der Jahres- und Sorteneinfluss größer als der des Anbauverfahrens. Die Extrakte aus Salbei und Süßholz und das mikrobielle Präparat verminderten den Befall an Zwiebeln unter kontrollierten Bedingungen deutlich. Bei niedrigem Befallsdruck bzw. mittel anfälliger Sorte wurden Wirkungsgrade von über 70 % erzielt. Unter Semi-Freilandbedingungen und kontrollierter Beregnung erwiesen sich Süßholz-Extrakte und Testformulierungen (Trifolio-M, Lahnau) als gering regenfest. Dennoch wurde 2010 im Feld mit einer Süßholz-Testformulierung eine Wirkung erzielt. Die Applikation mit Dropleg-Technik und die Behandlungsterminierung nach ZWIPERO Prognose unterstützten diese Wirkung.

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