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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Pflanze - Pflanzenbau

Projekt:

Entwicklung eines Anbausystems für die ökologische Erzeugung von Tafeltrauben in Deutschland

FKZ:

Laufzeit:

 
06OE042 15-04-2007 bis 31-12-2009 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, Traubenplatz 5, 74189 Weinsberg Ansprechpartner: Dr. Franz Rueß Telefon: 07134/504-150 Email: Franz.ruess@lvwo.bwl.de

Kurzportrait:

Bis vor einigen Jahren war der erwerbsmäßige Anbau von Tafeltrauben in Deutschland nicht möglich, da zum einen Weintrauben nach dem deutschen Weinrecht nur auf ausgewiesenen Flächen angebaut werden durften. Zum anderen wurde aus Gründen der Rentabilität nur Wein produziert. Heutzutage ist der Anbau von Tafeltrauben zwar auf jeglichen Flächen Deutschlands erlaubt, das Wissen um einen erfolgreichen Anbau ist bisher jedoch eher gering. Für den deutschen, konventionellen Anbau werden die Chancen für erfolgreichen Absatz von Tafeltrauben eher gering eingeschätzt, da die Konkurrenz aus den Hauptimporteursländern wie Griechenland, Spanien und der Türkei zu stark ist. Dem ökologischen Anbau werden jedoch sehr gute Chancen eingeräumt, zumal die konventionellen Tafeltraubenimporte immer wieder bei Rückstandskontrollen auf Pflanzenschutzmittel auffallen. Ein Problem in der Erzeugung ist jedoch, dass die Traubenkultur vom Austrieb im Frühjahr bis zur Beerenlese im Herbst einer Vielzahl von Krankheiten und Schädlingen unterlegen ist, wie z.B. dem echten und falschen Mehltau, dem Grauschimmel und der Schwarzfleckenkrankheit etc. Auch wenn für die Erzeugung von Tafeltrauben schon viele Ergebnisse aus dem Keltertraubenanbau zur Verfügung stehen, muss deren Übertragbarkeit noch überprüft werden, da der Tafeltraubenanbau sich in einigen Aspekten grundsätzlich vom Keltertraubenanbau unterscheidet. So muss die Traube selbst wesentlich lockerer aufgebaut sein, damit die Beeren sich leichter lösen lassen, ohne dass die anderen Beeren beschädigt werden. Auch müssen Tafeltrauben „frei“ hängen, um optimale Qualitäten zu erzielen; die Beeren müssen größer sein und im Verhältnis weniger Kerne aufweisen etc. In diesem Vorhaben sollen alle Aspekte der Kulturführung zur Erzeugung von ökologischen Tafeltrauben Beachtung finden, um den Betrieben entsprechende praxisnahe Anbauempfehlungen geben zu können. Besonderes Augenmerk soll dabei den Bereichen Sortenwahl, Pflanzenschutz und Traubenerziehung gelten. Ziel des Projektes ist es dementsprechend, durch die Entwicklung und Prüfung geeigneter Tafeltraubensorten, Anbausysteme, und Kulturmaßnahmen die Pflanzengesundheit, den Ertrag und die Fruchtqualität im ökologischen Tafeltraubenanbau zu verbessern und damit die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten hinsichtlich einer weiteren Anbauausdehnung zu erhöhen.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Dieses Forschungsprojekt behandelte verschiedene Aspekte des ökologischen Tafeltraubenanbaus. Hierzu wurde auf einem ökologisch wirtschaftenden Betrieb in der Region Heilbronn eine Sortimentsprüfung neben Versuchen zum Pflanzenschutz durchgeführt. Es fanden ebenfalls eine Bewertung verschiedener Erziehungssysteme mit integrierter Überdachung, sowie Versuche zur Bewässerung und Optimierung der Lagerung von Tafeltrauben statt. Hauptaugenmerk bei den Versuchen zum Tafeltraubensortiment lag auf großbeerigen und robusten Sorten. ´Osella´ und ´Galanth´ überzeugten als frühe Sorten. Als späte Sorte stach ´Rhea´ durch ihre Optik und Robustheit heraus. Weitere großtraubige Sorten wie ´Arkadia´, ´Juliana´ und ´Kodrianka´ erschienen vielversprechend. In 2009 konnten die ersten Erträge geerntet werden. ´Lival´, eine weitere neue blaue Sorte, war in ihrem ersten Ertragsjahr ebenfalls positiv in Bezug auf Geschmack und Optik aufgefallen. Des weiteren wurde geprüft, inwieweit sich die Erfahrungen zum Pflanzenschutz aus dem ökologischen Keltertraubenanbau auf Pflanzenschutzmaßnahmen im ökologischen Tafeltraubenanbau übertragen ließen und ob es hierzu noch alternative Möglichkeiten mit Pflanzenstärkungsmitteln gab. Wichtige Schaderreger im Tafeltraubenanbau sind der Echte und Falsche Mehltau und Botrytis. Im Laufe der Versuchsjahre stellte sich die Pflanzenschutzstrategie in Anlehnung an den ökologischen Keltertraubenanbau als beste heraus. Es wurde eine neue Tafeltraubenanlage mit integrierter Überdachung erstellt. Als Erziehungssysteme wurden das Ungarische V und eine Pultdacherziehung gewählt. Zur Ertragskapazität und Arbeitswirtschaftlichkeit der verschiedenen Systeme konnten noch keine Empfehlungen abgegeben werden, da es sich bei diesem Versuch um einjährige Ergebnisse handelte und sich die Anlage zum Zeitpunkt der Ernte noch nicht im Vollertrag befand. In einer bestehenden Tafeltraubenanlage wurden verschiedene Bewässerungsvarianten in Anlehnung an die Bewässerungsempfehlungen des Deutschen Wetterdienstes (Agrowetter) durchgeführt. Hierzu wurden verschiedene Parameter wie Ertrag und Fruchtqualität geprüft. Während der Projektlaufzeit setzte sich keine der unterschiedlichen Bewässerungsstrategien eindeutig durch. Tendenziell schien eine Bewässerung nach dem Internetdienst „Agrowetter“ am erfolgreichsten von allen Varianten zu sein. Auf dem Staatlichen Obstversuchsgut Heuchlingen und beim Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe wurden verschiedene Möglichkeiten zur Lagerung von Tafeltrauben geprüft. Ein bis zwei Wochen konnten die Tafeltrauben im Kühllager überdauern. Eine längerfristige Lagerung von ungefähr sechs Wochen war mit zwei unterschiedlichen Lagerungsmöglichkeiten erfolgreich. Zum einen konnten die Tafeltrauben unter modifizierter Atmosphäre bei -/+ 1 °C und 15 % CO2 in Lagerungssäcken aufbewahrt werden. Des weiteren war eine Lagerung bei + 1 °C für kleinere Lagerungseinheiten (10 kg) in X-tend MA/MH Folienbeutel möglich. Hier stellte sich durch die Atmung der Früchte eine modifizierte Atmosphäre zur Verlängerung der Lagerzeit um ca. 6 Wochen ein.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

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