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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Pflanze - Pflanzenzüchtung

Projekt:

Die Anfälligkeit gegenüber der Streifenkrankheit (Pyrenophora graminea) im deutschen Sommergerstensortiment unter natürlichen Befallsbedingungen im ökologischen Landbau

FKZ:

Laufzeit:

 
03OE022 15-03-2004 bis 31-10-2006 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Gesellschaft für goetheanistische Forschung e.V., Getreidezüchtungsforschung Darzau, Darzau Hof, 29490 Neu Darchau Ansprechpartner: Dr. Karl-Josef Müller Telefon: 05853/1397 Email: www.darzau.de

Kooperationspartner:

Institut für biologisch-dynamische Forschung, Zweigstelle Dottenfelder Hof

Kurzportrait:

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die im Handel erhältliche Sommergerste-Sorten auf ihrer Anfälligkeit gegenüber der saatgutübertragbaren Streifenkrankheit zu untersuchen. 55 Sommergerstensorten und fünf genetische Ressourcen mit Streifenkrankheitsresistenzen werden bei Darzau/Ost-Niedersachsen über zwei Jahre und auf dem Dottenfelderhof/Wetterau ein Jahr lang einem natürlichen Befall ausgesetzt. Parallel dazu wird eine hoch befallenen Sorte angebaut. Im Folgejahr wird der Befall im Nachbau der Sorten auf beiden Standorten geprüft. Aus dem Ergebnis können Sortenempfehlungen für eine kontinuierliche Vermehrung unter ökologischen Anbaubedingungen abgeleitet und Schätzungen für eine maximal zu erwartende Ertragsminderung im Falle des Auftretens der Krankheit bei einer bestimmten Sorte in den Vermehrungsgenerationen gegeben werden. Parallel zu den Sortenprüfungen wird die Methode der natürlichen Infektion evaluiert, um Grundlagen für eine Standardisierung der Anfälligkeitsprüfung unter ökologischen Anbaubedingungen zu schaffen.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Aus der Beschreibenden Sortenliste 2003 wurden 45 Sommergersten neben fünf Mustern mit ausgewiesenen Resistenzen und jeweils fünf Sorten aus Dänemark und Österreich über zwei Testzyklen zwischen Parzellen mit infiziertem Saatgut einem natürlichen Befall mit der Streifenkrankheit ausgesetzt. Die Sorten Peggy und Baccara zeigten mit unter 0,1% Befall neben den Resistenzträgern Vada, Betzes, Ricardo und Trysil die ausgeprägteste Widerstandsfähigkeit. Weitere zehn Sorten blieben im Durchschnitt unter 1% Befall. Mit über 5% Befall erreichten 13 Sorten ein ertragsgefährdendes Anfälligkeitsniveau. Bei der Sorte Prestige wurde ein Befallsgrad bis zu 38% festgestellt. Die Standortbedingungen, unter denen die Infektion in die Blüte stattfand, hatten neben der sortenspezifischen Anfälligkeitsneigung den größten Einfluss auf den Befallsgrad in der Folgegeneration. Aufgrund des Ergebnisses sind für die Saatguterzeugung an ökologisch bewirtschafteten Standorten, insbesondere wenn sie hinsichtlich einer Ausbreitung der Krankheit gefährdet sind oder wenn über mehrere Generationen ökologisch vermehrt werden soll, widerstandsfähige Sorten zu verwenden. Für eine Prüfung der Eignung der Feldversuchsanlage zur natürlichen Infektion wurden am Standort Darzau in zwei Testzyklen zwischen den Infektionsstreifen mit der von Streifenkrankheit befallenen Gerste LINZ 358150 mehrfach Kleinparzellen, unterteilt in 12 Drillreihen nebeneinander, mit Saatgut einer anfälligen Sorte regelmäßig im Sortenversuch eingefügt. Aus den von Hand geernteten Ährenbüscheln jeder Drillreihe dieser Testparzellen wurde im jeweils zweiten Jahr eines Testzyklus in Kleinparzellen von 2m² die Unterschiede pro Vorjahresdrillreihe hinsichtlich der Blüteninfektion untersucht. Für eine zufriedenstellende Beurteilung der Anfälligkeit war eine Mischprobe aus mindestens sechs nebeneinander liegenden Drillreihen wie im Sortenversuch erforderlich. Ausgehend von befallsfreiem Saatgut waren zwei aufeinanderfolgende Testzyklen erforderlich, um eine sehr hohe Anfälligkeit unter natürlichen Befallsbedingungen eindeutig erkennen zu können.

Links zu Projektergebnissen:

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