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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
Pflanze - Pflanzenbau
Projekt:
Gemüseselbsternte - Weiterentwicklung und Transfer sowie Ermittlung des Beitrages zur Gesundheitsförderung
FKZ: |
Laufzeit: |
|
|---|---|---|
| 02OE535 | 15-10-2002 bis 31-12-2003 |
|
Ausführende Stelle:
Universität Kassel
Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz
Nordbahnhofstraße 1a
37213 Witzenhausen
Ansprechpartner: Prof. Dr. Jürgen Heß
Telefon: 05542/98-1587
Email: jhesz@wiz.uni-kassel.de
Kooperationspartner:
Universität Kassel, Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur Fachhochschule Neubrandenburg, Fachgebiet Landwirtschaftliche Marktlehre und Agrarmarketing
Kurzportrait:
Die Gemüseselbsternte ist eine spezielle Vermarktungsform, die Aspekte der Dienstleistung, Erlebnisangebot und Information sinnvoll miteinander verbindet und die Möglichkeit schafft, dem Verbraucher das Leitbild Nachhaltigkeit näher zu bringen und das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge zu stärken. Sie trägt somit dem gesellschaftlichen Trend zum Einkaufen als Event Rechnung. Bei der Gemüseselbsternte legen die Landwirte ca. 80 m² große Gemüseparzellen mit 20 bis 30 verschiedenen Gemüsearten und -sorten an und übergeben diese zur Pflege und Nutzung Mitte Mai des Jahres an Nutzerinnen und Nutzer, die dann pflegen und ernten müssen. Basis der Zusam-menarbeit ist eine Nutzerordnung, in der sich die Betreiber verpflichten, die Richtlinien des Ökologischen Landbaus einzuhalten. Eine wesentliche Zielgruppe der Gemüseselbsternte sind junge Familien mit Kindern, die ihren Kindern vermitteln wollen, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb funktioniert. Ursprünglich in Österreich entwickelt, wurde es in Deutschland bislang, entsprechend der Aussage des Antragstellers, erst in drei Betrieben umgesetzt. Mögliche Ursachen liegen in fehlenden Konzepten zum Flächenmanagement und zur Umsetzung auf innerstädtischen Flächen, in der Unkenntnis über positive Verbundwirkungen und im Transfer- und Informationsdefizit. Die Zielsetzung dieses Forschungsprojektes liegt daher in der Weiterentwicklung und dem Transfer des Gemüseselbsterntekonzeptes, außerdem soll der Beitrag zur Gesundheitsförderung ermittelt werden.
Kurzfassung der Ergebnisse:
Ziel des Projekts „GemüseSelbstErnte – Weiterentwicklung und Transfer sowie Ermittlung des Beitrags zur Gesundheitsförderung“ war es das Konzept der GemüseSelbstErnte in der Bundesrepublik bekannt zu machen und weiter zu entwickeln (Transfer). Zusätzlich wurden die Verbundeffekte für die Direktvermarktung quantifiziert und die Auswirkungen auf das Ernährungsverhalten der Nutzer überprüft (Forschung). Mit der Einschränkung, dass es sich um ein einjähriges F- und E-Vorhaben handelte, lassen sich folgende wesentliche Ergebnisse festhalten: Transfer Der Wissenstand über die GemüseSelbstErnte bei Erzeugern und Beratern in der Ökologischen Landwirtschaft konnte mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, die zwei Messeauftritte (u.a. auf der IGW 2004), acht Vorträge, elf Fachartikel und drei Workshopangebote mit insgesamt 36 Teilnehmern umfasste, deutlich verbessert werden. 170 Personen forderten Informationsmaterial an. Außerdem wurden verschiedene Materialien erstellt, die das Konzept der GemüseSelbstErnte anschaulich erläutern: - ein Leitfaden für Erzeugerbetriebe, - ein zehnminütiger Schulungsfilm und - eine Beschreibung des Konzepts im Internetportal oekolandbau.de Alle Medien beinhalten zusätzliches Material zur Werbung und Etablierung der GemüseSelbstErnte. Dazu gehört ein Handbuch für Nutzer der GemüseSelbstErnte mit Hinweisen zu jeder Gemüsekultur. Auch im Verbraucherbereich des Internetportals oekolandbau.de wurde ein Informationsangebot geschaffen, mit dem die GemüseSelbstErnte – ergänzt durch drei Kurzfilme – erläutert wird und praktizierende Betriebe in Deutschland vorgestellt werden. Angestoßen durch das Projekt begannen 2003 zwei neue Betriebe mit der GemüseSelbstErnte. Dabei befand sich eine Anlage im innerstädtischen Bereich ohne unmittelbare Anbindung an einen landwirtschaftlichen Betrieb. Auch hier wurde die GemüseSelbstErnte sehr gut angenommen, es zeigte sich jedoch, dass gerade im städtischen Bereich die Ansprüche der unmittelbaren Nachbarschaft berücksichtigt werden müssen. Ebenfalls angestoßen durch das Projekt wollen in 2004 sechs Betriebe mit der GemüseSelbstErnte beginnen. Es wird eine Steigerung über die Folgejahre erwartet, da mit den Materialien wichtige Grundlagen zur Einrichtung einer GemüseSelbstErnte zur Verfügung stehen. Forschung Der zusätzliche Umsatz je Betrieb während der GemüseSelbstErnte-Saison betrug durchschnittlich 3.900 €. Dabei bestehen Potenziale zur Ausweitung dieser Umsätze insbesondere hinsichtlich der Sortimentsauswahl der Hofläden. Darüber hinaus ist mit der GemüseSelbstErnte ein deutlich positiver Effekt auf das Image der Betriebe festzustellen, das eng mit der Person verknüpft ist, welche die GemüseSelbstErnte betreut. Bei den Untersuchungen zum Ernährungsverhalten der Nutzer wurde deutlich, dass diese sich oftmals bereits vor dem Einstieg in die GemüseSelbstErnte überdurchschnittlich gesund ernährten. Dabei sind die Motivation der Versorgung mit frischem Gemüse in guter Qualität und die Kontrolle über die Herkunft ausschlaggebende Motive für die Teilnahme. Die GemüseSelbstErnte trägt zur Vielfalt der verwendeten Gemüsekulturen bei, da die Nutzer auch vormals unbekannte Gemüsearten ernten.
Links zu Projektergebnissen:
Ergebnisse bei Organic eprints...
Ergebnisse bei Oekolandbau.de...
Symbolerläuterung:
Diese Projekte sind noch in Bearbeitung.
Diese Projekte sind abgeschlossen.



