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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Pflanze - Pflanzenzüchtung

Projekt:

Entwicklung von Winter-Ackerbohnen für den ökologischen Landbau Teilprojekt 1

FKZ:

Laufzeit:

 
02OE451/1 15-10-2002 bis 30-04-2004 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Naturland e.V., Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing Ansprechpartner: Dipl. - Ing. (FH) Werner Vogt-Kaute Telefon: 09357/99952 Email: w.vogt-kaute@naturland.de

Kooperationspartner:

Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung

Kurzportrait:

Das Forschungsvorhaben beurteilt den agronomischen Wert von Winterackerbohnen-Sorten, damit eine für die Praxis in Deutschland relevante, überwinternde Körnerleguminose verfügbar ist. Weiterhin dient es der Erarbeitung eines Züchtungsschemas für eine ökologische und partizipatorische Entwicklung von Winterackerbohnen und kann die Versorgungslücke betriebseigenen Eiweißes zur Fütterung von Monogastriern schließen helfen. Zudem kann es neue Möglichkeiten der Fruchtfolgegestaltung im ökologischen Landbau eröffnen. Es handelt sich um ein Verbundprojekt mit der Universität Göttingen, wobei der Naturlandverband einen Sortenvergleich der Winterackerbohnen an 24 Praxisbetrieben in Deutschland organisiert und folgende Punkte erfasst: Temperaturen, Schneehöhe, Überwinterung, Blütezeit, Standfestigkeit, Reifezeit, Kornertrag und äußere Gesundheit. Dabei wird die maximale Diversität insbesondere des Klimas berücksichtigt. Zudem organisiert der Verband einen Workshop im Juli 2003. Die Expertise für die Praxis des ökologischen Landbaus und die Eingliederung der Winterackerbohne in den ökologischen Landbau liegen beim Naturlandverband.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Der Anbau von Körnerleguminosen spielt bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben eine wesentlich wichtigere Rolle als bei konventionellen Betrieben. Während der Anbau der Sommerformen von Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen und Sojabohnen in Deutschland gut eingeführt ist, ist der Anbau der Winterformen fast völlig unbekannt. Auf 20 Praxisbetrieben in ganz Deutschland wurden drei Winter-Ackerbohnen-Typen und 3 Winter-Erbsen-Typen ausgesät. Dabei handelte es sich bei den Ackerbohnen um die „Göttinger Population“, Silver und Target, bei den Erbsen um EFB 33, Assas (beides Blatttypen) und Iceberg (halbblattlos). Bei den Praxisbetrieben wurden Temperaturen, Überwinterung, Blütezeit, Standfestigkeit, Reifezeit und Kornertrag gemessen bzw. geschätzt. Durch die ungünstigen klimatischen Bedingungen mit feuchter Aussaat, starken Frösten im Winter und Wechselfrösten im März kam es zum Verluste vieler Pflanzen bis hin zu Totalausfällen ganzer Standorte. Dabei schnitten die Winter-Erbsen im Durchschnitt besser als die Winter-Ackerbohnen ab. Bei den Winter-Erbsen lag die Sorte EFB 33 vor Assas und Iceberg, bei den Winter-Ackerbohnen die „Göttinger Population“ vor Silver und Target. Die überlebenden Pflanzen der „Göttinger Population“ bedeuten eine deutliche Selektion in Richtung Winterhärte. Mit diesen Pflanzen wird jetzt weitergearbeitet. Weitere Beobachtungen des Versuches waren, dass eine verspätete Herbstaussaat zu Totalausfällen geführt hat. Dünne Winter-Erbsenbestände konnten ihren Ertrag durch die Bildung von weiteren Seitentrieben ausgleichen. Die Standfestigkeit der langstrohigsten Winter-Erbsen-Sorte EFB 33 war schlechter als angenommen, was zu einer Änderung des Mischungsverhältnisses mit Roggen geführt hat. Durch die verzögerte Jugendentwicklung bekamen die Winter-Erbsen im Gegensatz zu früheren Beobachtungen große Probleme mit Erbsenwicklern. Durch verschiedene Versuchsbesichtigungen angeregt, haben mehrere Praktiker mit dem Anbau von Winter-Erbsen begonnen und mehrere Versuchsanstalten zur Ernte 2004 Versuche angelegt. Bei der Winter-Ackerbohne muss das durch den Winter reduzierte Material erst wieder aufgebaut werden, so dass es hier noch einige Jahre dauern wird, bis ausreichend winterhartes Material für den Anbau zur Verfügung steht.

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