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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
Pflanze - Pflanzenbau
Projekt:
Strategien zur standortspezifischen Grünlandansaat-Retrospektive Analyse von Selektionskriterien einer Grünlandneuansaat auf einem sehr heterogenen Standort
FKZ: |
Laufzeit: |
|
|---|---|---|
| 02OE442 | 01-10-2002 bis 31-12-2003 |
|
Ausführende Stelle:
Universität Kassel
Fachgebiet Futterbau und Grünlandökologie
Nordbahnhofstraße 1a
37213 Witzenhausen
Ansprechpartner: Prof. Dr. Günter Spatz
Telefon: 05542/981552
Email: spatz@wiz.uni-kassel.de
Kurzportrait:
Das Grünland nimmt im ökologischen Landbau flächenmäßig eine große Bedeutung ein. An- und Nachsaaten erfolgen in der Regel mit Standardsaatgutmischungen, die häufig unzureichend an Standortgegebenheiten angepasst sind, mit der Folge, dass Arten und Sorten sich nicht oder nur unzureichend etablieren können. Teures ökologisches Saatgut wird somit verschwendet und es entstehen hohe Kosten zusätzlich auch durch verminderte Produktivität und Futterqualität des Grünlandaufwuchses. Vor dem Hintergrund, dass ab 01.01.2004 sämtliches Saatgut für den ökologischen Landbau aus ökologischer Produktion stammen muss, ist für den ökologisch wirtschaftenden Betrieb ein effizienter Umgang mit der teuren Ressource notwendig. Die Ansaat standortangepasster Saatgutmischungen würde über eine dichte produktive Grünlandnarbe die Futterproduktion und den Stickstoffimport optimieren. Kosten für nicht standortangepasstes Saatgut, Ertragseinbußen und reduzierte Futterqualität können vermieden werden. Mit dem beantragten Projekt sollen Grundlagen für Saatmischungsempfehlungen abgeleitet werden, die auf bodenkundlichen und topographischen Daten basieren. Basis hierfür ist die retrospektive Analyse einer Grünlandansaat auf einem sehr heterogenen Standort in Verbindung mit einer Literaturauswertung. Ziel des Projektes bilden dementsprechend standortangepasste Ansaatempfehlungen in Verbindung mit einem exemplarischen Beispiel zur einfachen Umsetzung standortangepasster Ansaaten.
Kurzfassung der Ergebnisse:
Um Hinweise für eine verbesserte Standortanpassung und damit effizientere Gestaltung von Grünlandansaaten zu erreichen, wurde eine 20 ha große Grünlandfläche mit sehr heterogenen Standorteigenschaften 5 Jahre nach Ansaat untersucht. Im Jahr 2003 erfolgte die Erhebung des Arteninventars und zahlreicher Standortfaktoren an 300 Messpunkten. Zusammen mit bereits vorliegenden Daten erfolgte eine statistische und räumliche Analyse, inwieweit das Vorkommen der angesäten Arten mit der Ausprägung bestimmter Lebensbedingungen in Beziehung steht. Kontinuierliche Beziehungen zwischen einzelnen oder mehreren Standortfaktoren und der Zusammensetzung der Grünlandvegetation bzw. des Auftretens einzelner Arten konnten nicht oder in nur sehr schwacher Form ermittelt werden. Vielmehr wurden eher strikte Grenzen von Standorteigenschaften wie z.B. Nährstoffgehalten ermittelt, jenseits derer sich eine Art in ihrem Vorkommen deutlich unterscheiden ließ. So traten der Rotschwingel (Festuca rubra) und die Wiesenrispe (Poa pratensis) in feuchten bis sehr feuchten und in tonigen beschatteten Bereichen sowie auf einem ausgedehnten Nordhang nicht oder nur in sehr geringen Anteilen auf. Die betroffenen Flächen umfassten beim Rotschwingel ca. 6 ha und bei der Wiesenrispe ca. 4 ha. Dieses Ergebnis führt zu der Frage, ob auf diesen Teilflächen in einer Ansaatmischung auf die genannten Arten hätte verzichtet werden können? Die erzielten Ergebnisse bestätigen die Hypothese, dass eine standortangepasste teilflächen spezifisch durchgeführte Ansaat sinnvoll ist und auch zu einer Ersparnis von Saatgut und damit Kosten führen kann. Für die Entwicklung von teilflächenspezifischen Ansaatempfehlungen sind aber noch zahlreiche Untersuchungen auf anderen Standorten unter verschiedensten Bewirtschaftungssystemen notwendig. Vorerst bleibt daher die Strategie, den Mischungsempfehlungen der Landesinstutionen zu folgen und vor allem eine angepasste Pflege, Nutzung und Düngung durchzuführen, um eine produktive und stabile Grünlandnarbe zu erhalten. Individuelle Anpassungen der Saatstärke einzelner Arten sind in einem begrenzten Rahmen möglich. Hierzu wurden eine Zusammenstellung der Standardmischungen in Deutschland sowie Hinweise zur Ansaatgestaltung mit der Möglichkeit einer einfachen teilflächenspezifischen Anpassung erstellt.
Links zu Projektergebnissen:
Ergebnisse bei Organic eprints...
Ergebnisse bei Oekolandbau.de...
Symbolerläuterung:
Diese Projekte sind noch in Bearbeitung.
Diese Projekte sind abgeschlossen.



