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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

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Pflanze - Pflanzenzüchtung

Projekt:

Vergleich der Anbaueignung verschiedener Ölpflanzenarten und -sorten für den ökologischen Landbau unter den Aspekten Speiseölgewinnung und Eiweißquelle

FKZ:

Laufzeit:

 
02OE434 01-10-2002 bis 30-09-2004 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Universität Hohenheim, Institut für Pflanzenbau und Grünland, Fruwirthstraße 23, 70599 Stuttgart Ansprechpartner: Prof. Dr. Wilhelm Claupein Telefon: 0711/459-24114 Email: claupein@uni-hohenheim.de

Kooperationspartner:

Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung Justus-Liebig-Universität Giessen, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung I, Professur für Pflanzenzüchtung Landesanstalt für Pflanzenbau Forchheim

Kurzportrait:

In Deutschland werden im Ökologischen Landbau trotz vorhandener Nachfrage nach Speiseöl fast keine Ölpflanzen angebaut. Zudem besteht ein Mangel an betriebseigenem pflanzlichen Protein. Im geplanten Vorhaben soll untersucht werden, welche Ölpflanzenart hier eine sinnvolle Ergänzung bieten könnte: neben agronomischen Kenngrößen soll sie auch eine hochwertige Öl- und Eiweißqualität liefern. In Teilprojekt A soll die Anbauwürdigkeit von Winterraps/-rübsen, Sonnenblumen, Leindotter, Saflor und Sojabohne für den Ökologischen Landbau anhand je zehn ausgewählter Sorten an fünf Standorten beurteilt werden (bei Winterraps/-rübsen: 7+3). Bei jeder der 50 Varianten soll eine Bewertung der relativen Vorzüglichkeit als Ölpflanze und Eiweißlieferant gegeben werden. In Teilprojekt B soll ein intensiveres Screening an insgesamt etwa 100 vorselektierten Genotypen von Saflor und Leindotter an drei Standorten durchgeführt werden, um bisher nicht etablierte Genotypen mit überragenden agronomischen Eigenschaften für den Ökologischen Landbau zu selektieren. Es wird erwartet, daß aus beiden Teilprojekten praxisrelevante Empfehlungen für den Anbau geeigneter Ölpflanzen resultieren.

Kurzfassung der Ergebnisse:

In Deutschland ist der Ölpflanzenanbau im Ökologischen Landbau trotz vorhandener Nachfrage nach Speiseöl sehr wenig verbreitet, zudem mit abnehmender Tendenz. Zudem besteht ein Mangel an betriebseigenem pflanzlichen Protein. In der vorliegenden Arbeit wurde 2003 untersucht, welche Ölpflanzenart hier eine sinnvolle Ergänzung bieten könnte. In Teilprojekt A wurde die Anbauwürdigkeit von Winterraps/-rübsen, Sonnenblumen, Leindotter, Saflor und Sojabohne für den Ökologischen Landbau anhand je zehn ausgewählter Sorten an fünf Standorten beurteilt. Die höchsten Kornerträge wurden bei Sonnenblumen erzielt; Saflor erlangte Rang zwei vor Soja und Leindotter. Es ergab sich an allen Standorten eine deutliche Vorzüglichkeit der Sonnenblume als Öl- sowie der Sojabohne als Eiweißlieferant. Die Rohproteinerträge der Sojabohne wurden aber an zwei Standorten durch die der Sonnenblume nahezu erreicht. Bei gleicher Bewertung von Öl und Eiweiß lagen an allen fünf Orten die Sonnenblumensorten ‘Jazzy‘ und ‘Heliaroc‘ auf den vorderen Rängen. Winterraps/-rübsen erreichten aufgrund hohen Schädlingsbefalls überall nur unzureichende Erträge. In Teilprojekt B wurde ein Screening an insgesamt 100 vorselektierten Genotypen von Saflor (65) und Leindotter (35) auf drei bzw. zwei Standorten durchgeführt. Neben z.T. hohen Saflorerträgen konnten genotypische Unterschiede auch in anderen agronomisch interessanten Merkmalen, wie der Krankheitsresistenz, dem Ölgehalt sowie dem Alphatocopherolgehalt beobachtet werden. Bei Leindotter wurden Genotypen gefunden, die als günstig für eine Verwertung im Speiseölbereich angesehen werden können. Die Lagerstabilität von Leindotteröl kann als eher gering eingestuft werden, jedoch bieten die z.T. hohen Gehalte an Gammatocopherol wirksamen Schutz gegen Verderb. Aus beiden Teilprojekten resultieren praxisrelevante Empfehlungen für den Anbau und die Züchtung geeigneter Ölpflanzen. Raps ist eher ungeeignet; vielversprechender sind vielmehr Sonnenblume und mit Einschränkungen auch Saflor. Die Ergebnisse sind in einer extrem trockenwarmen Jahressituation entstanden, die Aussagekraft somit eingeschränkt; eine Weiterführung der Experimente wäre deshalb ratsam.

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