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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Pflanze - Pflanzenzüchtung

Projekt:

Sortenevaluierung hinsichtlich Flugbrand (Ustilago nuda) und Hartbrand (Ustilago hordei) zur Entwicklung einer Strategie für die Regulierung von saatgutübertragbaren Krankheiten bei der Erzeugung von Wintergerstensaatgut im Ökologischen Landbau

FKZ:

Laufzeit:

 
02OE129 01-06-2002 bis 31-10-2003 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Institut für biologisch-dynamische Forschung
Zweigstelle Dottenfelder Hof
Holzhausenweg 7
61118 Bad Vilbel
Ansprechpartner: Dr. Karl-Josef Müller
Telefon: 05853/1397
Email: www.darzau.de

Kurzportrait:

In dem Vorhaben sollen auf der Grundlage von Sortenevaluierungen Ansätze für erfolgreiche Strategien zur Regulierung der samenbürtigen Krankheiten Flugbrand und Hartbrand bei der Erzeugung von Wintergerstensaatgut im Ökologischen Landbau erarbeitet werden. Ein eingegrenztes Spektrum an Wintergerstensorten sowie ausgewählte genetische Ressourcen sollen hinsichtlich der o.g. Pilzkrankheiten auf Resistenz bzw. Toleranz gegen Flug- und Hartbrand geprüft werden. Die bei den Untersuchungen festgestellte Widerstandsfähigkeit der Sorten soll dazu beitragen, die Saatguterzeugung im ökologischen Landbau auszuweiten und das Risiko der Aberkennung von Vermehrungsflächen zu verringern.

Kurzfassung der Ergebnisse:

An den ökologisch bewirtschafteten Standorten Darzau/Neu Darchau und Dottenfelderhof/Bad Vilbel wurden 91 Sorten und Genbankmuster von Wintergerste unter natürlichen Infektionsbedingungen und nach Inokulation der Blüten auf Anfälligkeit gegenüber Flugbrand sowie 88 Wintergerstensorten der Beschreibenden Sortenliste 2002 und 2003 auf Anfälligkeit gegenüber Hartbrand getestet. Gegenüber Flugbrand befallsfrei blieben die Handelssorten ASTRID und CARRERO sowie elf Genbankmuster. Acht weitere Wintergersten blieben nur unter natürlichen Infektionsbedingungen befallsfrei. Die beiden Sorten CORNELIA und SERAFINA wurden mit einem natürlichen Flugbrandbefall über 5 % als besonders anfällig ermittelt. Für die meisten flugbrandfrei gebliebenen Wintergersten kann aufgrund des einjährigen Ergebnisses noch keine gesicherte Aussage über deren Resistenz gemacht werden. Da sich für den Umgang mit Flugbrand derzeit keine Behandlungsalternativen abzeichnen, stellt sich die Züchtung auf Resistenz angesichts einiger bereits verbreiteter Resistenzen als der einzig gangbare Weg zu gesundem Saatgut im ökologischen Landbau dar. Ohne Befall mit Hartbrand blieben die zweizeiligen Wintergersten KRETA, DUET und JOLANTE und die mehrzeiligen Wintergersten ALISSA, ELFE, USCHI und VERENA. Weitere 36 Sorten wiesen einen Hartbrandbefall unter 1% auf. Da Hartbrandsporen dem Saatgut nur von außen anhaften, eröffnet sich angesichts des hohen Anteils gering anfälliger Sorten im Falle eines Befalls die Perspektive der Kombination mit einem ökologischen Saatgutbehandlungsmittel. Hinsichtlich der Inokulationstechnik beim Flugbrand hat sich die künstliche Infektion nach POEHLMAN mit 1ml einer Flugbrandsporensuspension der Konzentration 1g Sporen auf 1l Wasser zur Injektion in die Blüten einer Ähre als optimal erwiesen. Für die Inokulation mit Hartbrand war die Sporenkonzentration von 1g Sporen pro kg Saatgut richtig. Zur sicheren Beurteilung und Unterscheidung der gegenüber Hartbrand gering anfälligen und resistenten Sorten muss die Gesamtfläche von 6m² pro Sorte als noch zu klein angesehen werden.

Links zu Projektergebnissen:

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