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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
Pflanze - Pflanzenschutz
Projekt:
Strategien für die Regulierung von Lagerschädlingen in Vorratsräumen und Fabriken für Produkte aus dem Ökolandbau
FKZ: |
Laufzeit: |
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|---|---|---|
| 02OE113 | 01-07-2002 bis 31-12-2003 |
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Ausführende Stelle:
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
Institut für Vorratsschutz
Königin-Luise-Straße 19
14195 Berlin
Ansprechpartner: Dr. Christoph Reichmuth
Telefon: 030/83042500
Email: C.Reichmuth@bba.de
Kurzportrait:
Der ökologische Landbau arbeitet mit Methoden, die sich gegenüber der konventionellen Lebensmittelproduktion durch höhere Umweltfreundlichkeit auszeichnen. Dies sollte auch für die Methoden gelten, mit welchen Bio-Produkte bei der Lagerung vor Schädlingen geschützt werden. Das Projekt erarbeitet und erprobt biologische Methoden zur Schädlingsbekämpfung für den Vorratsschutz, um diese für potentielle Nutzer bereit zu stellen. Dazu sollen biologische Parameter von Schädlingen und Nützlingen im Labor und unter Anwendungsbedingungen erfasst werden. Um wichtige Parameter der Nutzung (z.B. Freilassungsorte, -zeitpunkte, -mengen) festzulegen, sollen die Bedingungen ermittelt werden, unter denen ökologische Produkte vom Erzeuger (bäuerliches Kleinlager), bei der Verarbeitung (Mühlen, Bäckereien) und im Vertrieb (Ökoläden) gelagert werden. Ziel ist u.a. die Erstellung eines EDV-Expertenprogramms, mit welchem Nutzer Schädlinge identifizieren können und Anweisungen zur biologischen Bekämpfung der Schädlinge (geeignete Gegenspieler, Freilassungszeitpunkte etc.) bekommen. Abgezielt wird auf die Bekämpfung des Kornkäfers Sitophilus granarius, des bedeutendsten Schadkäfers in gelagertem Getreide, mit der parasitische Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus). Für die Bekämpfung der Mottenarten Plodia interpunctella (Dörrobstmotte) und Ephestia kuehniella (Mehlmotte), die Schäden in gelagertem Mehl und Getreideprodukten hervorrufen, sollen die parasitischen Wespen Habrobracon hebetor, Venturia canescens und Trichogramma sp. eingesetzt werden.
Kurzfassung der Ergebnisse:
Das Projekt „Strategien für die Regulierung von Lagerschädlingen in Vorratsräumen und Fabriken für Produkte aus dem Ökolandbau“ entwickelte und validierte Möglichkeiten des integrierten Vorrats-schutzes basierend auf der biologischen Bekämpfung. Dem Lagerhalter werden Informationen zu den Möglichkeiten der Bekämpfung von Vorratsschädlingen und konkrete Handlungsanweisungen zur biologischen Bekämpfung zur Verfügung gestellt werden. Diese Handlungsanweisungen wurden, zum Teil experimentell, im Rahmen des Projekts entwickelt. Für ein mathematisches Räuber-Beute-Modell wurden publizierte biologische Daten zusammenstellt. Neu ermittelt wurden Lebensdaten für das Wirt-Parasitoidsystem Lagererzwespe-Kornkäfer. Die Reichweite der Nützlinge wurde untersucht, um die Anzahl und die Abstände von Freilassungsorten festlegen zu können. Um die Minimaltemperatu-ren für den Einsatz festlegen zu können, wurden die Versuche während des gesamten Jahres in unkli-matisierten Räumen durchgeführt. Für die Art Venturia canescens wurde die Wirtsfindung über die maximal getestete Distanz von 20m festgestellt. Die mittlere Tagestemperatur, ab der eine Wirtsfin-dung und Parasitierung möglich ist, scheint bei etwa 10° zu liegen, die Tageshöchsttemperatur bei 12.6°C. Unter diesen Temperaturen ist der Einsatz von V. canescens offenbar nicht mehr möglich. Die Lagererzwespe Lariophagus distinguendus findet ebenfalls noch Wirte in 20m Entfernung, eine 80% Parasitierung findet noch in 5m Entfernung statt. Exemplarisch wurde die Fauna der Vorratsschädlin-ge in Betrieben des ökologischen Landbaus für den Raum Brandenburg für ein Jahr systematisch erfasst, in weiteren Bundesländern wurden bei Ortsterminen Stichproben genommen. Die Ergebnisse dieser Erfassung ergaben als Hauptschädlinge den Getreideplattkäfer, den Kornkäfer und die Dörrobstmotte. Für die Erfassung der Käferfauna und die künftige Beurteilung von Bekämpfungsmaßnahmen in der Praxis war eine Wirksamkeitsprüfung von Fallen notwendig. Diese Wirksamkeitstests ergaben, dass mittels der Fallen das Vorkommen von Vorratsschädlingen nachge-wiesen werden kann, es können aber keine genauen Angaben über die Populationdichte der Schädlin-ge gemacht werden. Ein anwenderfreundliches Entscheidungshilfe-Programm für Lagerhalter wurde erstellt. Es umfasst zusätzlich ein Lexikon zur Biologie von Vorratschädlingen und ihren Gegenspie-lern sowie einen dichotom aufgebauten Bestimmungsschlüssel. Das Projekt u. das Entscheidungshilfe-Programm wurden auf mehreren Seminaren, Workshops u. Tagungen der Öffentlichkeit präsentiert.
Links zu Projektergebnissen:
Ergebnisse bei Organic eprints...
Ergebnisse bei Oekolandbau.de...
Symbolerläuterung:
Diese Projekte sind noch in Bearbeitung.
Diese Projekte sind abgeschlossen.



