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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Ökonomie - Betriebswirtschaft / Beratung

Projekt:

Untersuchung der Wirkungen des Pachtmarktes auf das Wachstum von ökologischen und anderen, nachhaltig wirtschaftenden Betrieben

FKZ:

Laufzeit:

 
11OE126 01-09-2012 bis 28-02-2014 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Universität Rostock, Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät, Justus-von-Liebig-Weg 7, 18059 Rostock Ansprechpartner: Prof. Dr. Hans Kögl Telefon: 0381/4983260 Email: hans.koegl@uni-rostock.de

Kurzportrait:

In dem vorliegenden Projekt wird vor allem untersucht, welche Faktoren am landwirtschaftlichen Pachtmarkt bisher und in der Zukunft auf die Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Fläche einwirken könnten. Dies betrifft sowohl Ausweitung durch Umstellung auf ökologischen Landbau als auch Ausweitung durch das Wachstum von ökologischen Betrieben auf dem Wege der Flächenzupacht. Sofern hemmende Faktoren gefunden werden, werden deren Ursachen untersucht und Vorschläge zu ihrer Vermeidung entwickelt; positive Faktoren sollen dagegen beibehalten oder noch verstärkt werden. In der Diskussion mit betroffenen Akteuren soll die Akzeptanz der Vorschläge geprüft werden. Im Verlauf des Forschungsvorhabens sollen folgende zentrale Fragestellungen bzw. Hypothesen untersucht werden: Der Umfang der bewirtschafteten Fläche ist in den Betrieben des ökologischen Landbaus, wie in den übrigen landwirtschaftlichen Betrieben, ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, dessen Bedeutung aber auch von weiteren Faktoren abhängt. Es kann die Hypothese aufgestellt werden, dass anders als beim Ackerbau, spezifisch ökologische Grünlandbewirtschaftungssysteme zu keiner produktionstechnisch determinierten Ablehnung auf Seite des Verpächters führen wie etwa Verunkrautung im Ackerbau. Die Pachtmärkte in den Grünlandregionen Deutschlands dürften von daher jedem Pächter (Ökolandwirt) eine gute Ausgangsposition gegenüber den Verpächtern geben, sofern nicht zusätzliche Faktoren hinzukommen (Grenzgebiete Niederlande, Schweiz usw.). Aber schon bei ökologischen Milchviehhaltern scheint die Bedeutung der Flächenausstattung gegenüber den anderen Produktionsfaktoren abzunehmen. Folgt man der von Emmann und Theuvsen (2012) vorgelegten Kalkulation, dann müsste das Pachtpreisniveau in Zukunft noch deutlich steigen, da die bisher gezahlten Pachten im Vergleich zum Reinertrag noch niedrig sind. Unter diesen Bedingungen würde bereits die Beibehaltung der heute ökologischen bewirtschafteten Flächen entsprechende Preis- oder Leistungssteigerungen verlangen und es würde die wirtschaftliche Schwelle zur Umstellung auf Ökologischen Landbau c.p. höher werden. Eine erste Literaturanalyse hat auch gezeigt, dass die Ausweitung des ökologischen Landbaus dem Einfluss von anderen und weniger leicht zu quantifizierenden Faktoren unterliegt, zu denen sowohl Netzwerk- und Nachbarschaftseffekte zählen als auch die Kohärenz der verschiedenen politischen Fördermaßnahmen. Welche Bedeutung unter diesen Bedingungen dem Verhalten der Verpächter zukommt, ist eine noch offene Frage. Denkbar sind sowohl eine Zunahme derjenigen Verpächter, die vor allem von wirtschaftlich Motiven getrieben werden (siehe dazu Forstner et al. 2011) aber auch ein verstärktes Engagement von solchen Bodeneigentümern, für die die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft an erster Stelle steht. Die Untersuchung will das Geschehen am Pachtmarkt dadurch transparenter machen, dass sie sich zwei wissenschaftliche Arbeitsziele setzt: - Der Pachtmarkt soll nicht, wie meistens üblich, nur aus der Perspektive der Pächter sondern auch aus der der Verpächter untersucht werden. - Das Verständnis der am Pachtmarkt getroffenen Entscheidungen soll dadurch verbessert werden, dass die in der Ökonomie dominierenden quantitativen Forschungsmethoden durch qualitative Methoden aus den Sozialwissenschaften ergänzt werden. Heute liegen im Bundesdurchschnitt über 60% des landwirtschaftlichen Bodeneigentums in den Händen von Nicht-Landwirten, wobei zwischen den alten und den neuen Bundesländern unterschieden werden muss. Welche soziologischen und sozioökonomischen Eigenschaften die Verpächter aufweisen, welche Ziele sie mit der Verpachtung verbinden, wurde bisher nur wenig untersucht. Aber auch die Struktur der Bodeneigentümer an sich ist weitgehend unbekannt. Untersuchungen der jüngeren Zeit (Häusler 2010; Kögl 2011; Emmann et. al.2012) legen nahe, dass die im Strukturwandel aus der Landwirtschaft ausgeschiedenen Familien die größte, soziologisch homogene Verpächter-gruppe bilden. Dies ist von Bedeutung, weil die Gründe für den Besitz von landwirtschaftlichen Flächen und die Entscheidung für einen bestimmten Pächter bei dieser Gruppe nicht ausschließlich rein ökonomischer Natur - Höhe und Sicherheit der erzielbaren Renditen - sein dürften.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Steigende Pachtpreise, eine sich abschwächende Zunahme der Ökofläche und Meldungen über Aufgabe oder Rückumstellung von Ökobetrieben werfen die Frage auf, ob Ökobetriebe am Pachtmarkt besonderen Schwierigkeiten ausgesetzt sind. Sollte dies zutreffen, sind die Ursachen dieser Probleme aufzudecken und Maßnahmen zu ihrer Lösungen vorzuschlagen. Die vorliegende Studie setzt bei einem besseren Verständnis der Mechanismen des Pachtmarktes an, insbesondere bei der Bedeutung von Transparenz und nicht-monetären Zielen für die Entscheidungen von Pächtern und Verpächtern. Dazu wurden in fünf Regionen eine schriftliche Befragung von 400 Ökobetrieben und ausführliche Interviews mit 25 ihrer Verpächter durchgeführt und mittels quantitativer und qualitativer Verfahren ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass die befragten Ökobetriebe seit der Umstellung auf ökologischen Landbau ihre Flächen im Durchschnitt um ca. 23% ausdehnen konnten. Insgesamt sind sie zurzeit in den Untersuchungsregionen immer noch größer als der Durchschnitt aus allen Betrieben, jedoch sind sie nicht so schnell gewachsen wie der Durchschnitt. Ca. 70% der befragten Ökobetriebe hatten seit der Umstellung keine Probleme am Pachtmarkt gehabt; ein Drittel der Landwirte berichtete von Problemen bei Neuabschlüssen und Pachtverlängerungen infolge zunehmender Konkurrenz, steigender Preise und der Schwierigkeit, geeignete Flächen und Verpächter zu finden. Von den befragten Verpächtern war die eine Hälfte selber noch Landwirt gewesen, die anderen haben die landwirtschaftlichen Flächen geerbt oder handeln als institutionelle Verpächter (Kommunen, Kirche, Verein). Verpächter orientieren sich besonders im Vorfeld von Verpachtungsentscheidung stark an nicht-monetären Zielen und bevorzugen Pächter, die sie persönlich kennen, die sie für zuverlässig halten und denen sie eine nachhaltige Bewirtschaftung zutrauen. Die Synthese der Ergebnisse zeigt, dass sich die Schwierigkeiten von Ökobetrieben am Pachtmarkt in allgemeine (z.B. Mangel an Preisinformation) und ökospezifische Probleme (z. B. Vorbehalte bei Verpächtern) Probleme unterscheiden lassen. Für jeden Problembereich werden Vorschläge unterbreitet, wie die Wettbewerbsstellung von Ökobetrieben am Pachtmarkt verbessert werden könnte.

Links zu Projektergebnissen:

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