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Forschung und Entwicklung

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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Ökonomie - Risikomanagement

Projekt:

Dauerhafte Ausweitung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Analyse der Ausstiege von Betrieben und Entwicklung eines Konzepts zur nachhaltigen Vermeidung

FKZ:

Laufzeit:

 
08OE117 01-09-2010 bis 30-11-2012 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Betriebswirtschaft, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig Ansprechpartner: Dr. Hiltrud Nieberg Telefon: 0531/596-5207 Email: Hiltrud.nieberg@vti.bund.de

Kooperationspartner:

Universität Kassel, Fachgebiet Ökologischer Land- und Pflanzenbau Land und Markt

Kurzportrait:

Die Gesamtzahl der ökologisch bewirtschafteten Betriebe und deren Flächen sind in Deutschland stetig gestiegen. Dennoch hat es seit Mitte der 1990er Jahre auch zahlreiche Betriebe gegeben, die vom ökologischen auf den konventionellen Landbau rückumgestellt haben, wodurch die Ausweitung des Ökologischen Landbaus verlangsamt wurde. Ausstiege aus dem Ökolandbau manifestieren sich öffentlich nachvollziehbar unter anderem darin, dass sich die Betriebe von der EU-Ökokontrolle abmelden und demzufolge nicht mehr in der Betriebsliste der staatlichen Kontrollbehörde des jeweiligen Bundeslandes geführt werden. Über die Gründe für den Ausstieg deutscher Landwirtschaftsbetriebe aus dem ökologischen Landbau liegen derzeit keine genaueren Kenntnisse vor. Es ist unbekannt, ob die nicht mehr bei der staatlichen Kontrollbehörde gemeldeten Betriebe aus der ökologischen Wirtschaftsweise ausgestiegen sind oder ob die Betriebe gänzlich aufgegeben wurden. Im letzteren Fall wäre von Interesse, ob die Flächen weiterhin ökologisch bewirtschaftet werden. Im vorliegenden Forschungsvorhaben werden vor diesem Hintergrund insbesondere folgende Ziele verfolgt: Eine bundesweite Ermittlung der Anzahl an Ausstiegen aus der ökologischen Wirtschaftsweise nach Regionen innerhalb der letzten fünf Jahre bzw. dem Zeitraum, der rückwirkend aufgrund der Datenverfügbarkeit auswertbar ist. Die Differenzierung der Ausstiege aus dem Ökolandbau in Rückumstellungen auf konventionelle Wirtschaftsweise sowie Aufgabe des Betriebes. Ermittlung des Flächenverbleibs im Falle der Betriebsaufgabe sowie Differenzierung nach dem Zeitpunkt der Rückumstellung vor, zum oder nach Ablauf der ersten Förderperiode. Eine Ermittlung der subjektiven Gründe für die gezielten Rückumstellungen auf konventionelle Wirtschaftsweise sowie die Erfassung objektiver Rahmendaten im Umfeld der Rückumstellung, z. B. regionale Besonderheiten für die Produktion, beim Absatz, bei den Förderbedingungen etc. Es ist anzunehmen, dass von Ausstiegen auch ein Negativimage auf den ökologischen Landbau ausgeht und dass dadurch interessierte Landwirte von einer Umstellung auf den Ökolandbau abgehalten werden können. Daher ist die Erarbeitung von Ansatzpunkten und Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Rückumstellungen zusammen mit den relevanten Akteuren ein wesentliches Ziel des vorliegenden Projektes. Es ist zudem eine intensive Diskussion und Weiterentwicklung der Handlungsempfehlungen mit der Praxis vorgesehen, um mit den Projektergebnissen zu einer dauerhaften Ausweitung des ökologischen Landbaus in Deutschland beizutragen. Dieses Projekt ist Teil des Vorhabens 08OE117 und 08OE234.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Der ökologische Landbau verzeichnet in Deutschland seit Ende der 1980er-Jahre eine kontinuierliche Ausweitung. Ein Blick hinter die Wachstumsbilanz verrät jedoch, dass es neben zahlreichen Neueinsteigern auch viele Betriebe gibt, die den Ökolandbau wieder aufgeben. Da für die politisch erwünschte Ausdehnung des ökologischen Landbaus nicht nur weitere Neueinsteiger, sondern auch möglichst wenige Aussteiger erforderlich sind, war es Ziel dieser Arbeit zu untersuchen, welche Betriebe und Motive sich hinter den Ausstiegen verbergen und wie speziell Rückumstellungen verhindert werden können. Dazu wurden die Agrarstrukturdaten ausgewertet, bundesweit über 700 Aussteiger aus dem Ökolandbau schriftlich nach ihren Motiven befragt und zusätzlich 29 persönliche Interviews mit Rückumstellern geführt. Im Zeitraum 2003 bis 2010 stiegen im Durchschnitt 606 Betriebe pro Jahr aus dem Ökolandbau aus. Ein Drittel davon gab den Betrieb auf. Für die Betriebsaufgabe waren in der Regel nicht die ökologische Bewirtschaftung, sondern die fehlende ökonomische Basis und die fehlende Hofnachfolge maßgeblich. Mit der Aufgabe der Betriebe gingen häufig Flächen für den Ökolandbau verloren: 60 % der bisherigen Ökoflächen gingen an konventionell wirtschaftende Landwirte über. Zwei Drittel der Aussteiger kehrten zu einer konventionellen Wirtschaftsweise zurück. Dies entspricht einem durchschnittlichen Anteil von 3,3 % der Ökobetriebe pro Jahr. Relativ hohe Rückumstellungsraten gab es bei den Nebenerwerbsbetrieben, kleinen Betrieben und älteren Betriebsleitern. Überdurchschnittlich stark betroffen waren Schaf- und Ziegenbetriebe sowie Rindermastbetriebe, während Betriebe mit Schwerpunkt Feldgemüse- und Kartoffelanbau eher selten auf eine konventionelle Wirtschaftsweise rückumstellten. In der Regel gab es keinen allein entscheidenden Rückumstellungsgrund. Vielmehr war es meist ein Bündel von persönlichen, betrieblichen sowie externen Faktoren, das die Betriebsleiter zur Rückumstellung bewog. Dabei spielten ökonomische Motive sowie Probleme mit den Ökorichtlinien und -kontrollen häufig eine wichtige Rolle. Die Vielfalt der betrieblichen Rückumstellungs-Konstellationen bedingt, dass es keine zentrale und für alle Betriebe passende Stellschraube zur Vermeidung von Rückumstellungen gibt. Vorgeschlagen wird vielmehr ein Bündel an verschiedenen Maßnahmen, das zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für alle ökologisch wirtschaftenden Betriebe beiträgt, damit eine Rückumstellung erst gar nicht zu einem betrieblichen Thema wird.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

Ergebnisse dieses Projektes bei Oekolandbau.de ...Ergebnisse bei Oekolandbau.de...



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