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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Ökonomie - Vermarktung

Projekt:

Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration im ökologischen Landbau - Analyse der Auswirkungen alternativer Verfahren auf die Akzeptanz bei Verbrauchern und Produzenten

FKZ:

Laufzeit:

 
08OE025 01-12-2008 bis 31-03-2011 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Universität Kassel, Fachgebiet Agrar- und Lebensmittelmarketing, Steinstraße 19, 37213 Witzenhausen Ansprechpartner: Prof. Dr. Ulrich Hamm Telefon: 05542/98-1285 Email: hamm@uni-kassel.de

Kurzportrait:

Zielsetzung des Projekts ist die Analyse der Einstellungen von Verbrauchern, Händlern und Produzenten zur betäubungslosen Ferkelkastration sowie zu möglichen Alternativen im Hinblick auf deren Auswirkung auf die Qualität von Schweinefleisch das Kaufverhalten von Verbrauchern. Unter Berücksichtigung der Sicht aller Akteure soll geklärt werden, ob auf privatwirtschaftlicher Ebene Perspektiven für die Umsetzung von Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration bestehen. Um den Informationsstand und die Einstellungen der Verbraucher zur Ferkelkastration sowie die Reaktionen auf verschiedene Informationen zur Kastration und möglichen Alternativen zu ermitteln, werden neun Fokusgruppendiskussionen durchgeführt. Im Anschluss findet jeweils eine Vickerey-Auktion statt, um die Zahlungsbereitschaft für die verschiedenen Alternativen zu bestimmen. Parallel dazu werden in einer mehrstufigen Befragung Wissenschaftler und Vertreter von Produktion und Handel in sechs europäischen Ländern zum Status-Quo und Perspektiven bezüglich der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Fleisch von nicht betäubungslos kastrierten Schweinen befragt. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden zusammengefasst und in Workshops mit Produzenten und Beratern sowie Vertretern von Bearbeitungs- und Handelsunternehmen diskutiert. Aus den Forschungsergebnissen werden Empfehlungen für die Praxis abgeleitet und zeitnah in einem Abschlussbericht zusammengefasst und veröffentlicht. Die Ergebnisse sind für die Produzenten von Öko-Schweinefleisch von Bedeutung, da aufgrund des beschlossenen Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration eine zügige Umsetzung von Alternativen erforderlich ist. Hierbei ist die Kenntnis von Erfahrungen in anderen EU-Ländern sowie der Verbraucherakzeptanz und Zahlungsbereitschaft in Deutschland bezüglich der verschiedenen Alternativen wichtig.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Ziel des Projektes war es, Einstellungen von Verbrauchern, Produzenten, Verarbeitern, Händlern und Tierschutzverbänden zur betäubungslosen Ferkelkastration und möglichen Alternativen zu untersuchen und Empfehlungen für die Öko-Landwirtschaft abzuleiten. Einstellungen und Zahlungsbereitschaft von insgesamt 89 Verbrauchern von Öko-Produkten wurden in Fokusgruppen mit anschließender Vickrey-Auktion ermittelt. Die betäubungslose Ferkelkastration war den Verbrauchern kaum bekannt. Sie wurde überwiegend negativ bewertet und passte nicht ins Bild der Öko-Tierhaltung. Wichtige Kriterien für die Bewertung der Alternativen waren Tierschutz, Gesundheit, Lebensmittelsicherheit, Geschmack und Kosten. Die Immunokastration löste starke Bedenken aus. Die Kastration mit Betäubung und Schmerznachbehandlung und die Ebermast dagegen erwiesen sich unter bestimmten Voraussetzungen aus Verbrauchersicht als geeignete Alternativen für die Öko-Landwirtschaft. Erfahrungen mit Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration in der Öko-Schweinebranche in neun europäischen Ländern wurden von 156 Experten, von denen 53 antworteten, erfragt. Die Kastration nur mit Schmerznachbehandlung wurde als besonders einfach umzusetzen, aber bezüglich des Tierschutzes nicht ausreichend eingeschätzt. Mit der Narkose mit Isofluran und Schmerzbehandlung wurden positive Erfahrungen gemacht. Als Probleme wurden u.a. die erhöhten Kosten und die Abhängigkeit vom Tierarzt genannt. Die Immunokastration sahen die Experten als tierfreundlich, aber nicht zur Öko-Landwirtschaft passend an. Überwiegend wurde die Ebermast favorisiert, die allerdings bislang außer im Vereinigten Königreich nur in sehr geringem Umfang durchgeführt wird, da sie gravierende Änderungen auf allen Stufen der Erzeugungskette voraussetzt. Fünf von sechs befragten deutschen Tierschutzverbänden zogen die Ebermast vor. Auch die Kastration unter Betäubung mit Isofluran und Schmerznachbehandlung wurde überwiegend befürwortet oder toleriert. Schlussfolgernd werden diese beiden Methoden als besonders zukunftsträchtig für die Öko-Schweinebranche eingeschätzt.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

Ergebnisse dieses Projektes bei Oekolandbau.de ...Ergebnisse bei Oekolandbau.de...



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