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Forschung und Entwicklung

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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Ökonomie - Marktentwicklung

Projekt:

Fairness - Zentraler Baustein des Ökologischen Landbaus oder Marketingstrategie einzelner Initiativen?

FKZ:

Laufzeit:

 
06OE253 01-04-2007 bis 31-12-2007 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

AgrarBündnis e.V., Königstor 28, 34117 Kassel Ansprechpartner: Dr. Frieder Thomas Telefon: 0561/701659-42 Email: thomas@kasseler-institut.org

Kurzportrait:

Angesichts der differenzierten Entwicklung auf den Märkten häufen sich die Stimmen, die darauf hinweisen, dass mit der Ausweitung des Ökologischen Landbaus eine ganze Reihe von Akteuren hinzu stößt, die sich nicht tiefer mit der ganzheitlichen Sichtweise des Ökologischen Landbaus auseinander gesetzt haben – sowohl unter den Erzeugern selbst als auch unter den Marktpartnern. Zwar haben soziale Aspekte und Fairness in den Richtlinien des Ökologischen Landbaus immer eine Rolle gespielt. In der Realität hatten die entsprechenden Passagen bisher jedoch wenig konkrete normierende Bedeutung. Diese Tendenz wird dadurch verstärkt, dass die maßgebliche Richtlinienkompetenz von den Verbänden auf staatliche Institutionen übergegangen ist. Zwar gibt es einige Arbeiten, die darauf hinweisen, dass neu einsteigende Landwirte ähnliche Motive haben wie diejenigen in den früheren Jahren. Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch die Tatsache, dass die Kooperation mit solchen Marktpartnern zunimmt, die nicht zur „zertifizierten Gemeinschaft“ des Ökologischen Landbaus gehören – insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel. Die Institutionen des Ökologischen Landbaus reagieren unterschiedlich auf diese Entwicklung. Die Verbände stellen ihre eigenen Richtlinien offensiv dar und betreiben damit so etwas wie Markenpolitik. Die IFOAM dokumentiert in der aktuellen Version ihrer Website vier Prinzipien als Grundlagen des Ökologischen Landbaus: eines davon ist „Fairness“. Die Richtlinien und Prinzipien, mit denen der Ökologische Landbau seinen sozialen Anspruch gewährleisten will, scheinen im (Produktions)Alltag nicht auszureichen. Sie demonstrieren das Anliegen, haben aber nur sehr begrenzt Auswirkungen auf die reale Gestaltung der Verhältnisse auf den Betrieben und im Markt. Allerdings gibt es aufgrund der Differenzierung des Biomarktes wiederum zahlreiche Initiativen, die mit besonderen Kriterien der Fairness werben, um damit ihren Produkten einen „Zusatznutzen“ zu verschaffen. Dabei ist es eine bislang ungeklärte Frage, ob Fairness ein zentraler Baustein des Ökologischen Landbaus ist, der durch die Grundregeln des Ökologischen Landbaus normiert wird oder ob Fairness nur oder vor allem Teil von Marketingstrategien unterschiedlichster Initiativen sein wird. Ziel des Projektes ist es, mit einer zweitägigen Tagung die Diskussionen zum Thema Fairness im Ökologischen Landbau zu bündeln und die Ergebnisse für die Akteure im Ökolandbau verfügbar zu machen. Als Leitfragen zur Diskussion sollen dienen: Ganzheitlicher Anspruch bzw. „gesellschaftlicher Auftrag“ Was bedeutet Fairness im Ökologischen Landbau? Fairness als Legitimation für besondere staatlichen Transferleistungen oder als Chance zur besseren Positionierung im Markt. Wer übernimmt die Initiative? Mit der Tagung und der Dokumentation der aktuellen Debatte soll ein Rahmen für Information und Austausch für möglichst viele gesellschaftliche Gruppierungen und Institutionen geboten werden.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Fairness gehört zu den Grundprinzipien des ökologischen Landbaus. Zudem bietet ein offensiver Umgang mit „Fairness“ die Möglichkeit, sich auf dem sich ausdifferenzierenden Biomarkt zu profilieren. Das Dilemma ist jedoch: Beides – Grundprinzip für alle und Instrument zur Ausdifferenzierung innerhalb des ökologischen Landbaus – passt nicht zusammen. „Treiber“ der Debatte sind vor allem Pioniere des ökologischen Landbaus, weil viele von ihnen durch den Erfolg, der oft außerhalb der traditionellen Vermarktungswege zu verzeichnen ist, plötzlich zu „Getriebenen“ auf dem Biomarkt geworden sind. Alte Strukturen sind nicht mehr tragfähig und viele der Grundwerte drohen durch die aktuelle Entwicklung verloren zu gehen. So ist die Fair-Debatte in ihrem Kern auch eine Strukturdebatte. Durch mit dem Bio-Boom verbundene Auswirkungen wie hohe Erzeugerpreise und Rohstoffknappheit verändern sich die Interessen der einzelnen Gruppen der Wertschöpfungskette. Früher war es meist das Interesse von Landwirten, verbindliche Absprachen über Absatzmengen, Preise und längerfristige Lieferverträge zu treffen. Heute brauchen vor allem die Verarbeiter die Sicherheit, kontinuierlich qualitativ hochwertige Rohstoffe zu bekommen. Bei der konkreten Gestaltung von Fairness gibt es einerseits Versuche insbesondere über die Richtlinien das zu fassen, was zum Grundverständnis des ökologischen Landbaus gehört. Hier ergibt sich jedoch das Problem, dass „Fairness“ vor allem einen Prozess und keine eindeutigen Ergebnisse beschreibt und daher schwer in Richtlinien fassbar ist. Auf der anderen Seite versuchen regionale Initiativen, Verbände und auch einzelne Unternehmen die Prozesse, die sie in ihrem Umfeld selbst fair gestalten können, in Selbstverpflichtungserklärungen oder Kodexen zu fassen und mit diesen aktives Marketing zu betreiben. Erste Projekte sind erfolgreich. Es scheint ein erhebliches Nachfragepotenzial nach „fairen Produkten“ im ökologischen Landbau zu geben.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

Ergebnisse dieses Projektes bei Oekolandbau.de ...Ergebnisse bei Oekolandbau.de...



Symbolerläuterung:

Bild: Symbol Projekt ist noch in Bearbeitung Diese Projekte sind noch in Bearbeitung.

Bild: Symbol Projekt ist abgeschlossen Diese Projekte sind abgeschlossen.