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Lebensmittel - Hygiene

Projekt:

Studie zur Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel unter besonderer Berücksichtigung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes

FKZ:

Laufzeit:

 
02OE647 01-06-2003 bis 01-07-2004 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Universität Leipzig
Institut für Lebensmittelhygiene
An den Tierkliniken 1
04103 Leipzig
Ansprechpartner: Prof. Dr. Karsten Fehlhaber
Telefon: 0341/9738221
Email: kfehlhab@vmf.uni-leipzig.de

Kooperationspartner:

Landesveterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamt Sachsen-Anhalt Universität Leipzig, Institut für Parasitologie

Kurzportrait:

Die Herstellung ökologisch erzeugter Lebensmittel unterliegt hinsichtlich der Einhaltung lebensmittelhygienischer Vorschriften, ebenso wie die konventionelle Erzeugung, einer amtlichen Überwachung. Bezüglich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit sind die Lebensmittelhersteller generell zur Eigenkontrolle nach den in der Lebensmittelhygiene-VO festgelegten Grundsätzen verpflichtet. Die ökologische Produktionsweise kann einerseits auf Vorteile verweisen, die von vielen Verbrauchern als Kriterium für die Kaufentscheidung verlangt werden, z.B. tiergerechte Haltung und Fütterung, Transparenz des gesamten Herstellungsprozesses und Rückverfolgbarkeit. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass die ökologische Lebensmittelerzeugung aufgrund verfahrens-technischer Modifikationen (z.B. bei der Pökelung), geringerer Abgrenzung von natürlichen Infektketten oder Schwierigkeiten bei der systematischen Sanierung von pathogenen Keimen mit einem erhöhten Risiko mikrobieller oder parasitärer Kontamination einhergehen kann. Aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes besitzen Mikroorganismen in Lebensmitteln eine überragende Bedeutung, da sie zumeist die Ursache für lebensmittelbedingte Erkrankungen sind. Da mikrobiologische Untersuchungen eine Aussage über allgemeine Herstellungsbedingungen und sachgerechte Herstellungstechnologien erlauben, liegt der Schwerpunkt der hier geplanten Untersuchungen auf der mikrobiologischen Beschaffenheit der ökologisch erzeugten Produkte.

Kurzfassung der Ergebnisse:

400 Hühnereier aus ökologischer und konventioneller Produktion wurden mikrobiologisch untersucht. Weder Salmonella spp. noch Yersinia enterocolitica wurden isoliert. Bei 1 % der konventionell erzeugten Eier und 0,25 % der Ökoeier wurden koagulase-positive Staphylokokken auf der Schale festgestellt. Campylobacter spp. wurde aus einer gepoolten Probe von 3 ökologisch erzeugten Eiern isoliert. Hinsichtlich allgemeiner Qualitätsmerkmale zeigte sich, daß Ökoeier deutlich häufiger Verschmutzungen aufwiesen als Eier aus konventioneller Haltung, dagegen lag die Nachweisrate an Knickeiern in der Käfighaltung deutlich höher. Insgesamt kamen bei 13 % der konventionell erzeugten Eier und bei 12 % der Ökoeier Überschreitungen von gesetzlich nicht festgelegten Richtwerten an Kokzidiostatika vor. In 400 Schweinefleischproben wurden weder Salmonella spp., Yersinia enterocolitica noch Campylobacter spp. isoliert. Listeria monocytogenes und koagulase- positive Staphylokokken waren regelmäßig nachzuweisen, lagen jedoch nicht in erhöhten Konzentrationen vor. 53 % der Ökofleischproben wiesen eine erhöhte aerobe, mesophile Gesamtkeimzahl auf, bei den konventionellen Erzeugnissen lag die Rate bei 35,5 %. Auch Enterobacteriaceae waren bei den Ökoprodukten geringgradig häufiger in erhöhten Keimzahlen nachzuweisen als beim konventionellen Fleisch. Die Isolierung shiga-toxinbildender E. coli (STEC) erfolgte in einer Ökoschweinefleischprobe. Zusätzlich wurde die Hälfte der Fleischproben auf das Vorkommen bestimmter Antibiotika hin untersucht. In keiner der 100 ökologischen und in 4 der 100 konventionellen Fleischproben wurden einer oder mehrere dieser Stoffe nachgewiesen. Der gesetzliche Höchstwert von 100 µg/kg wurde nicht überschritten. Die Prüfung auf Toxoplasma gondii erfolgte bei allen Fleischproben sowie bei 129 ökologisch und 133 konventionell erzeugten Rohwürsten. Ökologisch erzeugte Schweinefleischproben (9 %) bzw. Rohwürste (1,6 %) wiesen im Vergleich zu den konventionell erzeugten Produkten (Schweinefleisch 2,5 %, Rohwurst 0 %) öfter positive Toxoplasma-Antikörpertiter auf. Die Prüfung von jeweils 124 Rohwürsten aus der ökologischen sowie der konventionellen Produktion auf das Vorkommen von Yersinia enterocolitica und Campylobacter spp. ergab ein negatives Ergebnis.

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